Akustikkühldecke

Schall und Kühle im Einklang

Klima und Raumakustik im Gebäude

Ausgewogene Raumtemperaturen und angenehme Geräuschpegel gewinnen bei der heutigen Gestaltung von Bürolandschaften immer mehr an Bedeutung. Aus diesem Grund achten Bauherren zunehmend auf flächenintegrierte Heiz- und Kühlsysteme sowie gute Schalldämmung beziehungsweise kurze Nachhallzeiten. Hierfür bieten neben abgehängten Heiz-/Kühldecken auch Möbel für die ständig steigenden Anforderungen eine Reihe von Lösungen.

Anspruchsvolle Architektur und Funktionalität bestimmen heute mehr denn je die Gestaltung moderner Bürogebäude. Offene Raumkonzepte, die zur Förderung von Teamarbeit und Kommunikation dienen, Lounge-Bereiche und Meeting-Points für einen informellen Austausch oder gar Rückzugsmöglichkeiten für konzen­triertes Arbeiten müssen im Einklang mit den Raumparametern wie Temperatur, Akustik, Beleuchtung und gestalterische Aspekte gebracht werden. Werden diese Anforderungen der Raumnutzung und Gestaltung berücksichtigt, wird der darin arbeitende Mensch produktiv und leistungsfähig sein und somit seine volle Kreativität in den Arbeitsprozess einbringen können.

Den Parametern Temperatur und Akustik müssen hierbei besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. So wird beispielsweise die Raumtemperatur in Arbeitsstätten auf 26 °C bei einer Außentemperatur von 32 °C gemäß ISO 7730 normativ beschrieben. Hinsichtlich der Raumakustik ist eine akustische Schallabsorptionswirkung in Büroräumen mit geringen Nachhallzeiten von beispielsweise 0,6 bis 0,8 Sekunden für Gruppen- und Großraumbüros gemäß DIN 18041 anzustreben. Somit ist es bereits in der Planung die Aufgabe der Architekten und Ingenieure, die Bauteile und das Interieur nutzungsgerecht auszulegen und zu berücksichtigen.

Angenehm kühl

Neben normativen Festlegungen wurden bereits in der Vergangenheit mehrere gerichtliche Urteile gefällt, dass bei sommerlichen Außentemperaturen von 32 °C die Raumtemperatur von 26 °C nicht überschritten werden darf. Je nach Lage und Beschaffenheit des Gebäudes werden die inneren Kühllasten, hervorgerufen durch die Wärmeabgabe von Personen, Beleuchtung und Geräten sowie durch den solaren Eintrag, ermittelt. Üblicherweise beträgt dann die berechnete spezifische Kühllast etwa 50 bis 60 W pro m² bei einem durchschnittlichen U-Wert von 0,26 W/m²K, was dem heutigen Dämmstandard entspricht.

Gemäß der umgangssprachlichen Anforderung: „Warme Füße, kalter Kopf“ sind Kühldecken zur Deckung spezifischer Kühllast – also der Abführung sensibler Wärme – ideal, um einen Büroraum auf eine gewünschte Temperatur zu konditionieren. Hierfür sind Kühldecken auf Basis von gelochtem Gipskarton besonders gut geeignet, da sie einerseits Kühlleistung abdecken und andererseits den akustischen Anforderungen gerecht werden. Des Weiteren erfüllen sie den Anspruch an optisch fugenlose Deckensysteme mit integrierten, teilweise stilistischen Einbauten.

Grundsätzlich wird innerhalb der gipskartonbasierenden Deckensysteme zwischen Kontaktsystemen und integrierten Systemen unterschieden. Bei ersteren sind auf der Rückseite einer gelochten Gipskartonplatte metallische Wärmeleitlamellen aufgebracht, die mit dem Rohleitungssystem direkt in Kontakt stehen. Die Kühlleistung wird durch die Breite und den Abstand der Lamellen gesteuert, so dass bei einem engen Verlegeabstand eine hohe Kühlleistung erzielt wird. Allerdings schränkt ein engerer Abstand der Lamellen die akustische Wirksamkeit erheblich ein. Der Grund dafür ist, dass die akustisch wirksamen Lochanteile der Gipskartonplatte verdeckt beziehungsweise geschlossen werden. Durch diese gegenläufige Auswirkung zwischen Kühlleitung und Schallabsorptionswirkung verliert solch ein System generell an Effizienz und damit auch an Attraktivität.

Das integrierte System zeichnet sich durch ein Kunststoffrohrsystem aus, das zwischen das Lochmuster in die Gipskartonplatte eingearbeitet ist. Hierbei ist zwar die Flexibilität des Verlegeabstandes des Rohres eingeschränkt, jedoch die daraus resultierende Kühlleistung vergleichbar hoch zu den Kontaktsystemen mit breiter Wärmeleitlamelle. Der unschlagbare Vorteil des integrierten Systems ist in der akustischen Wirksamkeit zu finden. Ver­gli­chen mit dem Kontaktsystem ist diese wesentlich höher, da bei dem integrierten System der gesamte Lochanteil der Gipskartonplatte als offene, unverdeckte Schallabsorptionsfläche zur Verfügung steht. Somit werden hohe Kühlleistungen bei hohen Schallabsorptionen erreicht.

Willkommen leise

Zur Dämpfung der Geräuschkulisse moderner offener Bürostrukturen wird verstärkt auf Schallabsorber oder schallabschirmende Maßnahmen gesetzt. Die zunehmende Reduzierung von potentiellen Schallabsorberquellen wie Trenn- oder Stellwänden in Großraumbüros erfordert neues Planungsbewusstsein und innovative technische Lösungsansätze, die die Ausbreitung des Schalls reduzieren, dosieren oder gar verhindern.

Eine abgehängte gelochte Akustikkühldecke aus Gipskarton kann in dieser Hinsicht bereits für eine ausgeglichene Grunddämpfung durch Absorption des Geräuschpegels sorgen. Durch diese Maßnahme werden bereits gute Werte in der Nachhallzeit von beispielsweise etwa 0,8 Sekunden für einen Büroraum mit einer Fläche von 200 m² bei einer lichten Deckenhöhe von 2,8 m erreicht.

Neben der Decke rückt das Mobiliar immer mehr in den Fokus, wenn es darum geht, die einzelnen Mitarbeiter im modernen offenen Großraumbüro vor Lärm zu schützen. Die Erfüllung der Grundkonditionierung ist ein erster wichtiger Schritt für eine gedämpfte Geräuschkulisse. Soll jedoch weiterführend eine ganzheitliche akustische Behaglichkeit am Arbeitsplatz hergestellt werden, sind potentielle Störquellen wie ein läutendes Telefon, Drucker- oder Kopierterminals, laut telefonierende Kollegen oder sogar die Tastaturgeräusche zu minimieren. Schirmenden Maßnahmen durch Organisationsmobiliar kommt in der akustischen Raumkonditionierung eine bedeutsame Rolle zu. Unter den Gesichtspunkten Schallschirmung, Störschallpegelminderung und Nachhallzeitenbegrenzung sind Breitband-konditionierte Möbel für den Fachplaner der Raumakustik eine ideale technische Lösung.

Etablierte Systeme

Rehau (www.rehau.de) bietet mit seiner Akustikkühldecke ein integriertes System an, das auf die moderne Bauarchitektur zugeschnitten ist. Es besteht aus gelochten Gipskartonplatten, bei denen zwischen dem Lochbild ein weißes „Rautherm S Rohr“ 10,1 x 1,1 mm aus PE-Xa in schneckenförmig eingefrästen Nuten eingearbeitet ist. Das rückseitig aufkaschierte Akustikvlies und ein vorgebohrtes Befestigungsraster für eine einfache, schnelle Montage komplettieren das Produkt. Mit einer spezifischen Kühlleistung von bis zu 76 W pro m² und einer akustischen schallabsorbierenden Wirkung von bis zu 80 % werden die technischen Anforderungen der gegenwärtigen Bürolandschaft gut erfüllt. Zwei runde und ein quadratisches Lochbild runden die Bedürfnisse und gestalterischen Ansprüche schließlich ab.

Hinsichtlich der Aspekte Schallschirmung, Störschallpegelminderung und Nachhallzeitenbegrenzung bietet Rehau mit den Breitband-konditionierten Schrank­rollladensystemen „Rauvolet acoustic-line“ eine weitere raumakustisch wirksame Lösung an. Aus diesem System wird Organisationsmobiliar wie Schränke oder Sideboards hergestellt, das eine individuell angepasste akustische Raumkonditionierung ermöglicht. Der Breitbandabsorber zeichnet sich durch seine guten Absorptionseigenschaften im tief- sowie hochfrequenten Bereich aus. Hierdurch wird die Lärmbelastung reduziert. Mit den Produktvarianten „Rauvolet acoustic-line“ 12 mm bzw. 8 mm werden Schallabsorptionen von bis zu 80 % erreicht. Des Weiteren bietet das System neben akustischer Wirksamkeit auch Stauraum.

 

Einfache und sichere Montage

Als erster Schritt wird das Verteilerrohrnetz aus dem „Rautherm S“-Rohrsystem an die Rohdecke montiert. Anschließend wird eine metallische Unterkonstruktion bestehend aus Noniushaltern, Ankerverbindern und CD-Profilen von der Rohdecke anhängend befestigt. Sind diese Arbeiten abgeschlossen, können die Akustikkühldeckenelemente an der Unterkonstruktion befestigt werden. Hierfür wird idealerweise mit einem Plattenlifter das Deckenelement an die Unterkonstruktion gehoben, was ein exaktes Ausrichten des Lochbildes ermöglicht. Dann wird das Deckenelement im vorgebohrten Befestigungsraster mit Schnellbauschrauben verschraubt.

Mit der Rehau-Schiebehülsentechnik werden die vorkonfektionierten Rohrleitungen in den Akustikkühldeckenelementen mit dem vorinstallierten Verteilerrohrnetz verbunden. Nach einer Druckprobe können die thermisch inaktiven Deckenelemente installiert werden, damit ein Ausfüllen der Fugen und Schraubenköpfe mit Spachtelmasse erfolgen kann. Im letzten Arbeitsgang werden für eine schöne Deckenunteransicht die Stoßkanten und überspachtelten Schraubenköpfe leicht abgeschliffen und eine Grundierung aufgebracht.

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