Thermisch getrennte Armaturenanschlüsse

Sicherheit für den Fachhandwerker mit Thermo-Trennern

Das Durchschleifen der Warmwasserrohrleitungen über Doppelwandscheiben an die Armaturenanschlüsse galt lange Zeit als sichere Lösung zur Vermeidung von Legionellen. Seit einiger Zeit ist in der Fachwelt jedoch bekannt, dass sich dadurch das Restwasser in den Entnahmearmaturen und sogar die angeschlossenen Kaltwasserleitungen auf unzulässige Temperaturen erwärmen, die eine Vermehrung von Legionellen begünstigen. Das bringt den Fachhandwerker in eine prekäre Situation, soll er doch eine hygienisch einwandfreie Installation erbringen. Sicher­heit für den Fachhandwerker bieten sog. ThermoTrenner. Bei gleichzeitiger Kostenersparnis erleichtern sie ihm das Erstellen eines thermischen getrennten Armaturenanschlusses.

Besonders in Gebäuden des Gesundheitswesens ist die Nutzungsfrequenz der Trinkwasser-Entnahmearmaturen häufig gering. Somit stellen in diesen Gebäuden die Verteilungskonzepte aus dem Wohnungsbau, wie z.B. Stich-, oder Reihenleitungen, keinen ausreichenden Wasserwechsel in den Leitungen kurz vor den Entnahmearmaturen sicher. In diesen Gebäuden ist bei Planung, Bau und Betrieb von Trinkwasserinstallationen zusätzlich die „Richtlinie für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention“ des Robert Koch Instituts (RKI) zu berücksichtigen. Darin wird gefordert, dass […] Zirkulationsleitungen mit möglichst kurzen Verbindungen zur Entnahmestelle anzustreben sind. […] Die Warmwassertemperatur muss unmittelbar vor dem Mischen am Auslass noch mindestens 55 °C betragen.

Trinkwasserinstallation

Die vorgenannten Anforderungen des RKI haben dazu geführt, dass bei neueren Trinkwasserinstallationen in Gebäuden des Gesundheitswesens die Zirkulation des Warmwassers auch die Stockwerksleitungen umfasst – also die Warmwasserleitungen mit Doppelwandscheiben an die Armaturen geführt werden. Mit dieser Maßnahme kann die Temperatur des Warmwassers in der gesamten Warmwasserinstallation bis zur Entnahmearmatur dauerhaft oberhalb von 55 °C gehalten werden. In so aufgebauten und betriebenen Warmwasser-Verteilungssystemen ist eine gesundheitlich relevante Belastung des Trinkwassers mit Krankheitserregern nicht mehr zu erwarten.

Doch diese Installationsart birgt auch ein Risiko. An den Doppel-Wandscheiben der Entnahmearmaturen stehen im Zirkulationsfall auf der Warmwasserseite Temperaturen von über 55 °C an. An dieser Stelle installierte Mischarmaturen wirken als Wärmebrücke und erwärmen so das Restwasser in den Armaturen und die Kaltwasseranschlüsse auf hygienisch äußerst bedenkliche Temperaturen (Bild 1). Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen deutlich auf, dass die normativ geforderte Obergrenze von 25 °C hier nicht eingehalten werden kann. Dies gilt selbst dann, wenn die Leitungen fachgerecht – „Warmwasser oben“ und „Kaltwasser unten“ – angeordnet sind. In den Mischarmaturen bleibt nach der Entnahme eine Restmenge an Wasser zurück. Erwärmt sich dieses Restwasser auf > 25 °C, ergeben sich ideale Vermehrungsbedingungen für Mikroorganismen, die sich auf der rauen Innenoberfläche der Armatur besonders gut ansiedeln können. Ein thermisch getrennter Armaturenanschluss muss her. Doch was gilt es dabei zu beachten?

1. Der Anschluss der Armatur muss mit einer max. 10 x DN kurzen Einzelzuleitung (Stichleitung) von oben erfolgen, so sinkt auf Grund des Dichteunterschieds kein warmes Wasser zur Wandscheibe ab.

2. Die Stichleitung sollte aus einem Rohrmaterial mit geringer Wärmeleitfähigkeit bestehen, denn dies beeinflusst maßgeblich die Länge des Stiches.

Die Eigenkonstruktion eines thermisch getrennten Armaturenanschlusses birgt also einige Herausforderungen. Der Aufwand ihn zu erstellen ist hoch und es besteht die Gefahr, dass sich die Armatur dennoch erwärmt.

Nachträgliche Änderungen sind dann häufig mit erheblichen Kosten verbunden. Diese Probleme lassen sich mit Thermo-Trennern von vorn herein vermeiden.

Thermo-Trenner als sichere Lösung

Eine sichere Lösung bei gleichzeitiger Kostenersparnis bieten sogenannte Thermo-Trenner. Sie unterbinden im Zirkulationsbetrieb zuverlässig den ungewollten Wärmeübergang vom Warmwasser auf die Mischarmatur und das angeschlossene Kaltwasser und garantieren im reinen Zirkulationsbetrieb Temperaturen unter 25 °C in der Warmwasserwandscheibe (Bild 2). Die thermische Trennung erfolgt zum einen durch Einsatz eines Wärmedistanzelements zwischen Warmwasseranschluss und integrierter Wandscheibe. Zum anderen sorgt die Anordnung der Wandscheibe unterhalb des Warmwasseranschlusses für eine Wärmeschichtung im Medium – auf Grund des Dichteunterschieds sinkt kein warmes Wasser zur Wandscheibe ab. Die ordnungsgemäße Funktion des Wärmedistanzelementes hängt von dessen Länge, Durchmesser und Werkstoff ab. Diese Parameter sind bei dem „ThermoTrenner“ von Kemper (www.kemper-olpe.de) exakt aufeinander abgestimmt, sodass die Funktion sichergestellt ist und keine unnötigen Stagnationsbereiche entstehen. Der Thermo-Trenner ist zum einfachen, schallentkoppelten Einbau als Montageblock aus druck- und zugfestem PU-Schaum ausgeführt. Das Stichmaß von 150 mm kann durch Trennen des Montageblocks variiert werden. Die Arbeitsschritte zum Erstellen eines thermischen getrennten Armaturenanschlusses werden dadurch reduziert und Fehler vermieden. Der „ThermoTrenner“ wurde für die Montage an allen gängigen Vorwandmodulen, in der Ständerbauwand und auf dem Mauerwerk konzipiert. Durch die beschleunigte Montage entsteht zudem ein Kostenvorteil von bis zu 20 % gegenüber vergleichbarem Eigenbau.

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