Hansgrohe Group erzielt Sieg gegen Produktpiraten

Carmen Vetter, Leitung Schutzrechte der Hansgrohe Group, bei der Verleihung des Plagiarius auf Messe Ambiente in Frankfurt mit den gefälschten AXOR Armaturen und dem schwarzen Plagiarius Zwerg. 2025 war es dem Unternehmen gelungen, eine Fälscherbande in China auszuheben.
Bild: Aktion Plagiarius e.V.

Carmen Vetter, Leitung Schutzrechte der Hansgrohe Group, bei der Verleihung des Plagiarius auf Messe Ambiente in Frankfurt mit den gefälschten AXOR Armaturen und dem schwarzen Plagiarius Zwerg. 2025 war es dem Unternehmen gelungen, eine Fälscherbande in China auszuheben.
Bild: Aktion Plagiarius e.V.
Auf der Messe Ambiente wurde eine Kopie der „AXOR MyEdition“-Waschtischarmatur mit dem zweiten Platz des Negativpreises Plagiarius ausgezeichnet. Die Hansgrohe Group hatte 2025 in enger Zusammenarbeit mit den chinesischen Behörden ein professionell organisiertes Fälschernetzwerk aufgedeckt. Die Fälscher hatten unter den international geschützten Unternehmensmarken „hansgrohe“ und „AXOR“ Produkte kopiert und online zu Niedrigpreisen verkauft. Die gefälschte Armatur war eines der bei der Aktion aufgegriffenen Produkte.

Produktpiraterie als Branchenrisiko

„Gefälschte Sanitärprodukte sind ein Sicherheitsrisiko. Minderwertige Materialien können Schadstoffe oder Schwermetalle ins Wasser abgeben. Gleichzeitig entsteht unserer Branche ein erheblicher wirtschaftlicher Schaden“, sagt Carmen Vetter, Leitung Schutzrechte bei Hansgrohe.

Für den Bad- und Küchenhersteller aus dem Schwarzwald entspricht dieser Schaden einer Größenordnung von geschätzt 5 - 10 % des weltweiten Umsatzes. Bereits mit der Einführung der erfolgreichen „hansgrohe Raindance“ Duschlinie Anfang der 2000er Jahre traten Fälschungen im großen Stil auf. Damals beschlagnahmten Behörden gefälschte Ware aus China noch containerweise und das Unternehmen setzte auf öffentlichkeitswirksame Vernichtungsaktionen mit Dampfwalze und Schredder. Auch der Zollrundgang über die Stände außer-europäischer Anbieter bei der Sanitärfachmesse ISH führt bis heute zu zahlreichen Aufgriffen. „Heute arbeiten Fälscher hauptsächlich auftragsbezogen in Kleinstmengen. Die Ware gelangt über Onlineplattformen in den Handel oder wird direkt zum Endkunden geliefert, das erschwert die Nachverfolgung“, erklärt Carmen Vetter.

Erfolgreiche Razzia nach monatelanger Ermittlung

In China beauftragte Hansgrohe verdeckt ermittelnde Partner, die Lagerhallen des Netzwerks zu lokalisieren. Das Kaiping Public Security Bureau führte dann mit ausreichender Beweislast die Razzia in zwei Fälscherhöhlen und Lagerhäusern in Jiangmen City in der Provinz Guangdong durch. Die Behörden beschlagnahmten Fälschungen, auch solche weiterer internationaler Sanitärhersteller, verhafteten drei Hauptverantwortliche und leiteten strafrechtliche Schritte ein. Der Warenwert vergleichbarerer hansgrohe und AXOR Originalprodukte lag bei diesem Aufgriff bei rund 360.000 €. Die Fälscher hatten unter den international geschützten Unternehmensmarken „hansgrohe“ und „AXOR“ Produkte kopiert und online zu Niedrigpreisen verkauft. Die gefälschte Armatur war eines der bei der Aktion aufgegriffenen Produkte.
Bild: Aktion Plagiarius e.V.

Die Fälscher hatten unter den international geschützten Unternehmensmarken „hansgrohe“ und „AXOR“ Produkte kopiert und online zu Niedrigpreisen verkauft. Die gefälschte Armatur war eines der bei der Aktion aufgegriffenen Produkte.
Bild: Aktion Plagiarius e.V.

Als Mitglied im Aktionskreis gegen Produkt- und Markenpiraterie (APM) steht die Hansgrohe Group im regelmäßigen Austausch mit anderen Unternehmen der Branche. Rund 95 % der gefälschten Hansgrohe Produkte stammen aus China. Der Markt ist gleichzeitig Produktions- und Absatzort. Auf Plattformen wie Taobao oder WeChat finden Fälscher Reichweite, leichte Abwicklung und Anonymität. Die rechtliche Lage ist komplex. Fälscher nutzen KI-Tools, um Marketinginhalte nah am Original zu erstellen sowie eigene IP Anmeldungen, um Originalhersteller zu blockieren. Viele Plattformen verfügen nicht über ausreichende Mechanismen, um IP Verletzungen zu verhindern oder unterstützen den Originalhersteller nicht ausreichend.

Neues Anti-Fälschungslabel für Hansgrohe Kunden in China

Mit einem fälschungssicheren Label in Form eines eigenen QR-Codes für jedes Einzelprodukt will Hansgrohe nun seine Kundinnen und Kunden in China zusätzlich schützen. Per App können diese ihre gekauften Produkte künftig verifizieren und registrieren. Razzien und Ermittlungen wie in China sind in Deutschland eher selten. „Hier sind es aktuell eher Patentverletzungen, wobei man sich häufig mit der Gegenseite außergerichtlich einigen kann", so Carmen Vetter. Am Ende geht es - egal wo auf der Welt - darum, dass das Unternehmen seine Innovationen vor Fälschungen, sich selbst vor Umsatz- und Reputationsverlust sowie seine Kundinnen und Kunden vor möglichen Schäden schützt. „Extrem günstige Angebote sind immer ein Warnsignal“, rät Carmen Vetter. „Sanitärprodukte sollte man ausschließlich bei autorisierten Händlern kaufen. Wir werden Produktpiraterie zwar nie komplett verhindern können. Aber wir gehen weiter konsequent dagegen vor und setzen hier auf Aufklärung und auf neue digitale Tools zum Auffinden verdächtiger Online-Angebote oder zur Absicherung per QR-Code und App.“

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