Online-Tool prüft die Wärmepumpentauglichkeit von Gebäuden

Während Wärmepumpen im Neubau längst Standard sind, herrscht beim Heizungstausch in Bestandsgebäuden noch Zurückhaltung – oft aus Unsicherheit, ob sich eine Wärmepumpe technisch eignet. Ein neues Online-Tool, das im Auftrag des UBA erstellt wurde, schafft nun Klarheit: Der kostenlose „Gebäudecheck Wärmepumpe“ zeigt Hausbesitzerinnen und Hausbesitzern schnell, ob ihre Immobilie bereits „wärmepumpenfähig“ ist und welche Maßnahmen im Zweifel noch erforderlich sind.

Das neue Online-Tool prüft, ob sich ein Haus mit einer Wärmepumpe heizen lässt.
Screenshot: ifeu

Das neue Online-Tool prüft, ob sich ein Haus mit einer Wärmepumpe heizen lässt.
Screenshot: ifeu

Wärmepumpen sind die effizienteste Heiztechnik und haben heute schon sehr günstige Betriebskosten, denn sie nutzen die kostenlose Wärme aus der Umwelt fürs Heizen. Die Kostenvorteile können sich künftig verstärken, da mit weiter steigenden Preisen für Heizöl und Erdgas zu rechnen ist. Bei Neubauten haben sich Wärmepumpen daher bereits durchgesetzt. Soll in Bestandsgebäuden die Heizung ersetzt werden, sind viele Menschen unsicher, ob eine Wärmepumpe ohne Weiteres geeignet ist oder noch zusätzliche Maßnahmen am Gebäude notwendig sind. Mit dem neuen Online-Tool „Gebäudecheck Wärmepumpe“ des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg (ifeu), das im Auftrag des UBA erstellt wurde, können Hausbesitzer nun einfach und kostenlos überprüfen, wie gut sich ihre Immobilie voraussichtlich für eine Wärmepumpenheizung eignet.

Mit einer Datenaufnahme zu Gebäude und Räumen, die sich potenziell schlecht beheizen lassen, ermittelt das Online-Tool, ob sich das Haus auch mit einer Wärmepumpe effizient heizen lässt. So lässt sich abschätzen, ob das Gebäude bereits geeignet ist, ein kostengünstiger Austausch von einzelnen Heizkörpern ausreicht oder zunächst energetische Sanierungsmaßnahmen die Heizlast verringern sollten.

„Die Wärmewende ist essenziell, um unsere Klimaziele zu erreichen. Im Gebäudesektor gibt es noch großes Potential, klimaschädliche Treibhausgase einzusparen. Dafür brauchen wir klimaneutrale Heizsysteme, vor allem Wärmepumpen“, sagt Dirk Messner, Präsident des Umweltbundesamtes. „In vielen Bestandsgebäuden ist das schon problemlos möglich. Der neue ,Gebäudecheck Wärmepumpe‘ bietet Hausbesitzern eine einfache und kostenlose Möglichkeit, um selbst nachzuprüfen, ob und wie sie ihre Immobilie effizient und klimafreundlich beheizen können.“

„Beim ,Gebäudecheck Wärmepumpe‘ steht die raumweise Heizleistungsbilanz im Mittelpunkt“, erklärt Jakob Metz, Projektleiter beim ifeu. „Der Rechner weist im Ergebnis etwa aus, ob in einzelnen Räumen vorab Heizkörper ausgetauscht werden sollten, bevor eine Wärmepumpe zum Einsatz kommen kann. Oftmals wird das Ergebnis sein, dass das Gebäude bei einem Tausch einiger Heizkörper bereits energieeffizient genug ist, um direkt mit einer Wärmepumpe beheizt werden zu können. Mit Fokus auf die Einzelräume schließt das kostenlose Online-Tool die Lücke zwischen kommerziellen Fachwerkzeugen und anderen Online-Rechnern für Endnutzer*innen."

Ob ein Gebäude bereits für eine Wärmepumpe geeignet ist, lässt sich in der Regel an der Vorlauftemperatur des Heizsystems ablesen. Sind 55 °C oder weniger ausreichend, gilt das Gebäude als „Niedertemperatur-ready“ und ist voraussichtlich effizient mit Wärmepumpe beheizbar. Dabei hängt die benötigte Vorlauftemperatur von der maximalen Heizlast der einzelnen Räume am kältesten Tag der Heizperiode und der Dimensionierung der Heizkörper ab.

Der „Gebäudecheck Wärmepumpe“ ist auf der Website des ifeu verfügbar: www.ifeu.de/gebaeudecheck-waermepumpe

Umgesetzt wurde der Rechner unter Federführung der ifeu gGmbH im UBA-Vorhaben „Wärmepumpen-Projektdatenbank und Niedertemperatur-ready-Standard“. Der Quellcode des Rechners ist unter einer Open-Source-Lizenz frei zugänglich.

Die mit dem Projekt zusammenhängende Datenbank „So geht’s mit Wärmepumpen!“ zeigt inzwischen 75 Beispiele von Bestandsgebäuden, die auf Wärmepumpen umgerüstet wurden.

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