Was Arbeitgeber bei Berufs- und Schutzkleidung beachten sollten
01.06.2026Reparatur und professionelle Pflege verlängern die Lebensdauer von Arbeits- und Schutzkleidung – bei kontaminierter oder beschädigter Berufs- und Schutzkleidung ist jedoch eine fachgerechte Entsorgung Pflicht. Wirtschaftliche Konzepte für die Reinigung und Wartung, den Austausch und die fachgerechte Entsorgung bieten Technische Händler an, die auf Arbeitsschutz spezialisiert sind.
Berufs- und Schutzkleidung gelten längst nicht mehr als Wegwerfprodukte. Gerade hochwertige Arbeits- und Schutzkleidung für Industrie, Handwerk oder Chemiebetriebe lassen sich durch professionelle Reinigung, Reparatur und Aufarbeitung deutlich länger nutzen. Anbieter im Technischen Handel setzen deshalb auf sogenannte „Second-Life“-Konzepte: Kleidung wird geprüft, sortiert, gereinigt und instandgesetzt. Repariert werden etwa Risse, Verschlüsse oder verschlissene Partien.
Unter der Bezeichnung „rECOline“ führt Planam ein Sortiment, das aus recyceltem Polyester sowie nachwachsenden, pflanzlichen Rohstoffen (z.B. Maisstärke) besteht.
Bild: Planam
„Modernes Bekleidungsmanagement heißt, Arbeitskleidung so lange zu reparieren und professionell zu reinigen, wie es geht. Erst wenn die Kleidung ihre Funktion verliert, gehen die Textilfasern ins Recycling. Über ein Mitarbeiter-Bekleidungsmanagementsystem werden Rückgaben und Auskleidungen – etwa bei Fluktuation oder Saisonarbeit – gesteuert. So kann der Arbeitgeber gebrauchte und aufbereitete Kleidung den Mitarbeitern erneut zur Verfügung stellen. Das ist insbesondere wichtig, wenn die Kleidung mit Firmenlogo versehen ist“, erklärt Lars Lübbert vom Technischen Händler Gebr. Runde GmbH (Hamburg) stellvertretend für die Branche. Für Arbeitgeber bedeute dies weniger häufige Ausgaben für Neuanschaffungen.
Langlebig, industriell waschbar und reparaturfreundlich
Renommierte Hersteller von Berufs- und Schutzbekleidung wie Bierbaum-Proenen (BP), Big Arbeitsschutz, Kübler, Nitras Safety und Planam versorgen den Fachhandel mit qualitativ hochwertigen, langlebigen und industriell waschbaren Produkten. Durch ihre Haltbarkeit werden wertvolle Ressourcen eingespart. „Dieser Anspruch bezieht sich aber nicht nur auf Stoffe, Garne und Materialien, sondern reicht viel weiter: zum Beispiel bis hin zur Reduzierung des Energieverbrauchs und der CO2-Emissionen“, erläutert Fabian Kusch, Leiter Einkauf / Nachhaltigkeit bei BP, aus Sicht der Hersteller.
Fachgerechte Reparaturen können die Nutzungsdauer weiter verlängern und die Wirtschaftlichkeit erhöhen. Voraussetzung ist allerdings, dass die Schutzfunktion der Kleidung vollständig erhalten bleibt.
Grenzen erreicht die Weiternutzung dort, wo Schutzkleidung sicherheitsrelevante Mängel oder gefährliche Kontaminationen aufweist. Das betrifft insbesondere PSA aus der chemischen Industrie, Lackierbetrieben oder dem Gefahrstoffbereich. Sobald Kleidung mit Lösemitteln, Lacken, Ölen, Isocyanaten oder anderen Gefahrstoffen belastet ist und sich diese Belastung nicht mehr sicher entfernen lässt, darf sie nicht weitergetragen oder repariert werden. Gleiches gilt bei beschädigten Chemikalienschutzschichten, durchtränktem Gewebe oder Materialermüdung.
Rechtliche Grundlage sind unter anderem die Gefahrstoffverordnung, die PSA-Benutzungsverordnung sowie das Kreislaufwirtschaftsgesetz. Arbeitgeber sind verpflichtet, sichere Schutzkleidung bereitzustellen und kontaminierte Textilien ordnungsgemäß zu entsorgen. Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) weist ausdrücklich darauf hin, dass PSA regelmäßig geprüft und bei eingeschränkter Schutzwirkung unverzüglich ersetzt werden muss.
Ist eine Wiederaufbereitung nicht mehr möglich, muss die Kleidung fachgerecht recycelt oder entsorgt werden – bei gefährlich kontaminierter Schutzkleidung häufig über spezialisierte Entsorgungswege. Technische Händler wie Gebr. Runde in Hamburg stellen dafür inzwischen zertifizierte Vernichtungsnachweise bereit, um Unternehmen bei der gesetzeskonformen Entsorgung zu unterstützen.
Arbeitsschutzfachhändler im VTH Verband Technischer Handel e.V. finden sich auf www.vth-verband.de/mitgliederverzeichnis (Fachgruppe Persönliche Schutzausrüstungen). Der Verband vergibt ein Siegel für „Zertifizierte Fachbetriebe für PSA nach VTH-Standard“ auf Basis definierter und transparenter Kriterien.
