Hygienische
Warmwasserbereitung

Wie SHK-Profis von modularer Hybridtechnik profitieren können

Seit 2025 ist die Wohnungsstation „Roth FlatConnect Hybrid“ auf dem Markt. Das Produkt überzeugte bei ersten
Inbetriebnahmen und Praxistests mit seinem innovativen Hybridkonzept. Zeit also, sich das einmal näher anzusehen.

Im Mittelpunkt der Entwicklung steht ein neu gedachtes Hygienekonzept. Die Trinkwassererwärmung erfolgt einstufig im Durchlaufprinzip innerhalb des Wärmeübertragers. Die Besonderheit der Hybridlösung: Das Trinkwasser wird im Heizkreislauf über den innovativen integrierten „PreHeater“ erwärmt.

Das Ergebnis:

keine Temperaturschwankungen,

keine zusätzlichen Druckverluste auf der Trinkwasserseite durch eine nachgeschaltete Durchlauferwärmung: ein Vorteil insbesondere bei der hydraulischen Auslegung mehrgeschossiger Gebäude,

minimiertes Verkalkungsrisiko,

dauerhaft hygienisch sichere Warmwasserversorgung.

 

Ein weiteres Plus: Dank des intelligenten Regelkonzeptes ist eine thermische Desinfektion einzelner Wohnungsstationen möglich. Die zentrale Vorlauftemperatur wird hierfür in einem erweiterten Betriebsbereich angehoben, ohne dass andere Nutzungseinheiten sicherheitsrelevant beeinflusst werden.

Die „FlatConnect Hybrid“-Lösung ermöglicht einen effizienten Betrieb auch bei niedrigen Systemtemperaturen und eignet sich somit für den Einsatz in Kombination mit Wärmepumpen. Damit erfüllt sie die Anforderungen an Hygiene, Energieeffizienz und Nutzerkomfort – ohne negative Auswirkungen auf das Gesamtsystem.

Gerade im mehrgeschossigen Wohnungsbau sind klare Standards und effiziente Abläufe entscheidend. Die Hybrid-Wohnungsstation bringt sich hier durch Planungsvorteile wie Hygienekonzept, klare Standards für sichere Ausschreibung und Planungsfreiheit ins Spiel. SHK-Profis bietet sie Installationsvorteile: vorkonfektionierte Module, übersichtlicher, montagefreundlicher Aufbau sowie wartungsarme und robuste Komponenten. Das reduziert den Aufwand auf der Baustelle und erhöht die Betriebssicherheit nachhaltig.

SHK Profi fragt nach

Was ist in der Installationspraxis zu beachten? Die SHK Profi-Redaktion wollte es genauer wissen und fragte Tony Bentz, verantwortlich für den Bereich Technischer Verkauf Wohnungsstationen der Roth Werke.

 

Welche Besonderheiten müssen SHK-Fachbetriebe bei der Installation der „FlatConnect Hybrid“ im Vergleich zu klassischen Wohnungsstationen beachten?

Bei der Installation steht vor allem das Baukastenprinzip im Vordergrund. In der Rohbauphase kann zunächst der Montageschrank mit vorgefertigtem Heizkreisverteiler, Heizkreisverteiler-Anschlussset und Kugelhahnleiste installiert werden. Das erleichtert die Abläufe auf der Baustelle und schafft frühzeitig eine saubere Grundlage für die weiteren Montageschritte. Gleichzeitig basiert das System auf einem einheitlichen Schrankkonzept, in das unterschiedliche Basismodule integriert werden können. Das heißt: Ob Hochtemperaturmodul, Niedertemperaturmodul oder Hybridmodul – die Montagegrundlage bleibt zunächst gleich. Das schafft Flexibilität in der Planung und erleichtert auch spätere Systementscheidungen oder Anpassungen, ohne die grundlegende Einbausituation neu aufsetzen zu müssen. Hinzu kommt, dass auch das Basismodul Hybrid selbst schon weitgehend vormontiert ist. Komponenten wie Wasserschlagdämpfer, Differenzdruckregler und die Regelkomponente für den integrierten Durchlauferhitzer sind bereits integriert. Dadurch reduziert sich der Montageaufwand auf der Baustelle und zugleich sinkt die Gefahr von Schnittstellenfehlern oder uneinheitlichen Ausführungen. Ein weiterer Unterschied zur klassischen Wohnungsstation ist, dass zusätzlich auch der elektrische Anschluss des integrierten Durchlauferhitzers berücksichtigt werden muss. Das erfordert eine frühzeitige Abstimmung mit dem Elektrohandwerk, da hier andere Anschlussleistungen zu beachten sind als bei herkömmlichen Wohnungsstationen mit reiner Regel- oder Pumpentechnik.

Unterm Strich heißt das: Die „FlatConnect Hybrid“ verlangt keine kompliziertere Installation, aber eine strukturierte und systemgerechte Umsetzung. Gerade durch den hohen Vorfertigungsgrad, den modularen Aufbau und das einheitliche Schrankkonzept kann die Montage auf der Baustelle effizient, sauber und praxisgerecht erfolgen.

 

Wie wirkt sich das integrierte „PreHeater“-Konzept konkret auf die hydraulische Einbindung und Auslegung im Mehrgeschosswohnungsbau aus?

Der entscheidende Unterschied ist, dass der „PreHeater“ nicht auf der Trinkwasserseite, sondern auf der Heizungsseite arbeitet. Genau daraus ergibt sich der wesentliche Vorteil für die hydraulische Einbindung und Auslegung: Die Trinkwasserinstallation wird nicht durch zusätzliche Druckverluste belastet. Gerade im Mehrgeschosswohnungsbau ist das ein wichtiger Punkt. Auf der Trinkwasserseite sind die verfügbaren Druckverhältnisse immer eine sensible Planungsgröße – unabhängig davon, ob mit dem vorhandenen Anschlussdruck gearbeitet oder ob das Gebäude über Druckerhöhungsanlagen und Druckstufen versorgt wird. Zusätzliche Druckverluste wirken sich dort deshalb unmittelbar auf die Planung und Auslegung aus. Das „PreHeater“-Konzept vermeidet genau diesen Nachteil, weil die Funktion zur Temperaturanhebung auf die Heizungsseite verlagert wird.

Für Planer und SHK-Fachbetriebe bedeutet das eine hy-draulisch günstigere Einbindung und mehr Spielraum in der Auslegung. Die Trinkwasserseite bleibt davon weitgehend unberührt, während die Zusatzfunktion auf der Heizungsseite in das Gesamtsystem integriert wird. Gerade im Mehrgeschosswohnungsbau kann das die Planung vereinfachen und die Einbindung der Station deutlich robuster machen.

 

Welche Schritte sind bei der Inbetriebnahme entscheidend, um einen stabilen und hygienisch sicheren Betrieb der Anlage zu gewährleisten?

Entscheidend bei der Inbetriebnahme ist, dass die tatsächlichen Betriebsbedingungen der Anlage mit den vorgesehenen Betriebsparametern sauber abgeglichen werden. Das betrifft insbesondere das Zusammenspiel aus primärseitiger Versorgung, den eingestellten Werten des „PreHeaters“ und der vorgesehenen Warmwassertemperatur. Nur wenn diese Punkte zueinander passen, ist ein stabiler Betrieb der Anlage sichergestellt. Hinzu kommt, dass bei der Inbetriebnahme die vorgesehenen Temperaturwerte und das tatsächliche Betriebsverhalten der Anlage sauber geprüft werden sollten, um einen stabilen, hygienisch sicheren und komfortablen Betrieb sicherzustellen. Die Anlage sollte deshalb nicht nur formal in Betrieb genommen, sondern im realen Betrieb sauber eingestellt und bewertet werden.

Ein besonderer Mehrwert liegt dabei in einer begleiteten Inbetriebnahme über unseren „ServiceXtra“. Damit unterstützen wir das Fachhandwerk nicht nur bei der fachgerechten Inbetriebnahme selbst, sondern auch bei der strukturierten Prüfung und Dokumentation der eingestellten Werte. Gerade die dokumentierte Erfassung der relevanten Einstellungen je Wohneinheit schafft eine saubere Grundlage für die Übergabe und für die spätere Nachvollziehbarkeit im laufenden Betrieb. So entsteht am Ende nicht nur eine funktionierende Inbetriebnahme, sondern ein nachvollziehbar eingestelltes und sauber dokumentiertes System.

 

Wie lässt sich die „FlatConnect Hybrid“ in bestehende Heizsysteme, besonders in Kombination mit Wärmepumpen, optimal integrieren?

Sie lässt sich dann besonders sinnvoll integrieren, wenn das Gesamtsystem auf ein passendes Temperaturniveau und eine abgestimmte Betriebsweise ausgelegt ist. Im Mittelpunkt steht dabei vor allem die Kombination mit Wärmepumpen, denn gerade dort sind niedrige Vorlauftemperaturen ein wesentlicher Faktor für einen effizienten Betrieb.

Genau hier setzt das Konzept an: Durch den integrierten „PreHeater“ muss das gesamte Heizsystem nicht dauerhaft auf einem höheren Temperaturniveau betrieben werden, nur um die erforderliche Warmwassertemperatur bereitzustellen. Stattdessen kann das Temperaturniveau im System nie-driger gehalten werden, während die für die Warmwasserbereitung notwendige Temperaturerhöhung erst innerhalb der Wohnung an der Station erfolgt. Das ist ein wesentlicher Vorteil, weil damit gerade Wärmepumpensysteme in einem für sie günstigeren Temperaturbereich betrieben werden können. Darüber hinaus können niedrigere Systemtemperaturen auch im Gesamtsystem Vorteile bringen, etwa bei den Verteilverlusten innerhalb des Gebäudes. Für eine optimale Integration ist deshalb entscheidend, dass Wärmeerzeuger, Vorlauftemperaturen, hydraulische Einbindung und die Wohnungsstation sauber aufeinander abgestimmt werden. Wenn diese Randbedingungen passen, lässt sich die „FlatConnect Hybrid“ sowohl in bestehende als auch in neu geplante Systeme technisch sinnvoll integrieren.

 

Welche Wartungs- und Serviceanforderungen ergeben sich im laufenden Betrieb? Worauf sollten Fachhandwerker dabei besonders achten?

Im laufenden Betrieb stehen vor allem Sicht-, Funktions- und Zustandskontrollen im Vordergrund. Dazu gehören insbesondere die Prüfung auf Dichtheit, die Kontrolle der allgemeinen Betriebsfunktion sowie die Überprüfung, ob die relevanten Komponenten der Station ordnungsgemäß arbeiten. Ergänzend sollten anlagenabhängig auch Schmutzfänger beziehungsweise Filter geprüft und bei Bedarf gereinigt werden. Ein wichtiger Punkt ist dabei die Nachvollziehbarkeit. Wenn die Anlage im Rahmen der Inbetriebnahme sauber eingestellt und dokumentiert wurde, lässt sich im Servicefall deutlich besser nachvollziehen, mit welchen Werten die jeweilige Wohneinheit übergeben wurde und ob sich im laufenden Betrieb Abweichungen ergeben haben. Genau das erleichtert die spätere Bewertung und schafft für Fachhandwerker eine saubere Grundlage für Kontrolle und eventuelle Nachjustierungen.

Konstruktiv ist das System darauf ausgelegt, im laufenden Betrieb gute Voraussetzungen für einen stabilen Erhalt des Wirkungsgrades zu bieten. Dazu trägt zum einen der eingesetzte siliziumoxid-beschichtete Wärmeübertrager bei, dessen Oberflächenbeschaffenheit die Neigung zu Ablagerungen reduziert. Zum anderen sitzt der „PreHeater“ auf der Heizungsseite und damit in einem Systembereich mit definierten Wasserqualitäten. Beides zusammen schafft gute Voraussetzungen dafür, dass der Wirkungsgrad der Station im laufenden Betrieb dauerhaft erhalten bleibt.

Worauf Fachhandwerker besonders achten sollten, ist deshalb weniger ein hoher laufender Eingriffsbedarf, sondern vielmehr ein sauberer Blick auf Betriebszustand, Dokumentation und mögliche Abweichungen im Anlagenverhalten. Genau daraus ergibt sich im Alltag ein praxisgerechter und gut beherrschbarer Serviceaufwand.

Das Interview führte Manja Dietz / Redaktion SHK Profi
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