Nach DIN 18534 richtig
abdichten

10 Top-Facts für den SHK-Baustellenalltag

Die Norm für Bauwerksabdichtungen DIN 18534 regelt seit 2017 die Abdichtung von Innenräumen. Im Oktober 2025 wurde sie erweitert: Der Ablauf wird nicht isoliert betrachtet, sondern als Teil des gesamten Abdichtungssystems. Entscheidend ist der sichere Anschluss der Abdichtung an den Ablaufkörper, z.B. über geeignete Flansche, Dichtmanschetten oder systemgeprüfte Anschlusslösungen. Stefan Sauerland, technischer Kundenberater von Dallmer, hat für die SHK Profi-Leser dazu 10 Top-Facts zusammengestellt.

1) Die DIN 18534 prägt die tägliche Installationsarbeit

Die DIN 18534 sorgt in der Praxis für mehr Verantwortung, aber auch für mehr Klarheit. Für SHK-Handwerker bedeutet das, sorgfältiger zu planen und sich enger mit anderen Gewerken abzustimmen. Sie sollten also nicht erst auf der Baustelle überlegen, wie abgedichtet wird. Wichtige Punkte sind z. B. die richtige Höhenplanung, ein ausreichendes Gefälle, die korrekte Einbindung des Ablaufs in die Abdichtungsebene sowie die Verwendung aufeinander abgestimmter Systemkomponenten.

 

2) Wassereinwirkungsklassen nach DIN 18534

Die DIN 18534 unterscheidet vier Wassereinwirkungsklassen:

W0-I: geringe Einwirkung (z. B. Gäste-WC)

W1-I: mäßige Einwirkung (Bad ohne Dusche oder mit Wanne)

W2-I: hohe Einwirkung (Duschen, auch bodengleich)

W3-I: sehr hohe Einwirkung (gewerbliche Bereiche, Schwimmbäder etc.)

 

3) Die richtige Zuordnung der Wassereinwirkungsklasse ist bei bodengleichen Duschen unverzichtbar

Die richtige Zuordnung ist bei bodengleichen Duschen absolut entscheidend. In der Praxis bewegen wir uns hier fast immer mindestens in der Klasse W2-I. Wird die Wassereinwirkungsklasse zu niedrig angesetzt, ist das Risiko späterer Feuchteschäden sehr hoch. Das Problem dabei: Solche Schäden zeigen sich häufig erst nach Jahren. Dann ist oft schwer nachvollziehbar, wo die Ursache liegt und wer verantwortlich ist. Deshalb ist eine korrekte Einstufung bereits in der Planung unbedingt erforderlich.

4) Typische Planungsfehler – und wie sie sich vermeiden lassen

Zu den häufigsten Planungsfehlern zählen:

falsch positionierte oder zu hoch eingebaute Abläufe,

ein unzureichendes Gefälle,

nicht sauber durchdachte Abdichtungsebenen sowie

ungeeignete oder nicht kompatible Materialkombinationen.

Vermeiden lassen sich diese Fehler vor allem durch eine frühzeitige und detaillierte Planung. Wichtig ist, Anschlussdetails vorab festzulegen, technische Zeichnungen zu erstellen und die jeweiligen Herstellerangaben konsequent zu beachten.

 

5) Kritische Details der Abdichtung

Besonders sensibel sind die Anschlusspunkte innerhalb der Abdichtung.

Abläufe: Sie müssen dauerhaft dicht und normgerecht in die Abdichtung eingebunden werden. Improvisierte Lösungen, etwa ausschließlich mit Silikon, sind keine fachgerechte Abdichtung.

Rohrdurchführungen: Hier sollten passende Dichtmanschetten verwendet und sauber eingebaut werden.

Wandanschlüsse: Dichtbänder müssen korrekt verarbeitet werden – ohne Falten, Unterbrechungen oder offene Stellen.

Gerade an diesen Punkten entstehen in der Praxis die meisten Schäden.

 

6) Gewerkeübergreifende Abdichtungen erfordern klare Zuständigkeiten

Die Abdichtung ist eine klassische Schnittstellenaufgabe.

SHK-Handwerker sind verantwortlich für die richtige Positionierung der Abläufe, die Höhenplanung und die Vorbereitung der Einbindung in die Abdichtung.

Fliesenleger bzw. Abdichter führen die eigentliche Abdichtung fachgerecht aus.

Planer und Bauleitung übernehmen die Koordination der Gewerke und sorgen dafür, dass die einzelnen Arbeitsschritte sauber aufeinander abgestimmt sind.

Entscheidend ist, dass alle Beteiligten ihre Aufgaben klar kennen und frühzeitig miteinander kommunizieren.

7) Exakte Vorarbeit sichert reibungslose Abläufe für nachfolgende Gewerke

Eine präzise Vorarbeit ist entscheidend. Fehler in der Vorarbeit lassen sich später oft nur schwer oder gar nicht mehr korrigieren. Wenn bspw. der Ablauf falsch positioniert oder die Höhe nicht korrekt geplant wurde, stößt auch ein erfahrener Fliesenleger schnell an Grenzen. Gute Vorarbeit bedeutet daher:

korrekte Höhen,

ausreichend Platz für die Abdichtung,

saubere Einbindungsmöglichkeiten,

sowie klare Übergaben an die nachfolgenden Gewerke.

Je präziser hier gearbeitet wird, desto reibungsloser funktioniert der weitere Ausbau.

 

8) Geprüfte Abdichtungssysteme sorgen für Sicherheit

Geprüfte Abdichtungssysteme bestehen aus aufeinander abgestimmten Komponenten, die gemeinsam getestet wurden. Wer unterschiedliche Produkte beliebig kombiniert, riskiert im schlimmsten Fall Undichtigkeiten oder Materialunverträglichkeiten. Systemlösungen bieten dagegen mehr Sicherheit – sowohl technisch als auch rechtlich.

 

9) Haftungsrisiken bei nicht normgerechter Ausführung

Bei einer nicht normgerechten Ausführung können durch eindringende Feuchtigkeit Bauschäden entstehen, die zu erheblichen Haftungsrisiken führen können. Dazu gehören unter anderem:

Gewährleistungsansprüche,

Schadensersatzforderungen

sowie im schlimmsten Fall ein vollständiger Rückbau der betroffenen Bereiche.

Gerade deshalb ist eine normgerechte Ausführung inkl. sauberer Dokumentation heute wichtiger denn je.

 

10) Vollständige Nachweise schaffen Rechtssicherheit

Wichtige Nachweise sind vor allem:

Fotos der Einbausituation,

dokumentierte Höhen und Gefälle,

die verwendeten Systeme und Produkte

sowie schriftliche Abstimmungen mit anderen Gewerken.

Eine lückenlose Dokumentation hilft nicht nur bei der Qualitätssicherung, sondern kann im Streitfall auch rechtlich entscheidend sein.

Dallmer-Entwicklungen zur

Abdichtung von Duschen

Der Trend geht klar zu durchgängigen Systemlösungen und vorkonfektionierten Bauteilen. Ziel ist es, Fehlerquellen auf der Baustelle zu reduzieren und die Verarbeitung sicherer und schneller zu machen. Dazu gehören u.a.: vormontierte Elemente, sichere Anschlusslösungen sowie moderne Abdichtungsmaterialien mit vereinfachter Verarbeitung. Insgesamt wird versucht, die Zahl improvisierter Einzellösungen auf der Baustelle deutlich zu reduzieren. So setzt Dallmer konsequent auf durchdachte Systemlösungen, insbesondere bei Abläufen und deren Einbindung in die Abdichtung. Das bedeutet: Nicht nur der Ablauf selbst wird betrachtet, sondern auch alle angrenzenden Komponenten und Anschlüsse. Dadurch entstehen weniger Schnittstellenprobleme, es wird weniger improvisiert und die Verarbeitung wird deutlich sicherer. Ablaufsysteme wie „DallFlex 2.0“ für die Linienentwässerung oder „DallDrain“ für die Punktentwässerung sind auf die präzisierten Anforderungen der DIN 18534 abgestimmt: Die mitgelieferte Dichtmanschette ermöglicht den sicheren und normgerechten Anschluss des Ablaufs an die Bauwerksabdichtung.

x

Thematisch passende Artikel:

Mepa: Webinare zum Thema „DIN 18534 - Wannenabdichtung“

Gesundheitsschutz hat Priorität: Obwohl ab Anfang Juni in vielen Bundesländern wieder kleinere Präsenzveranstaltungen möglich sind, geht die Mepa - Pauli und Menden GmbH aktuell noch auf Nummer...

mehr
Ausgabe 02/2020

Sichere Abdichtung im Verbund

Duschrinne so einfach eingebaut wie ein Punktablauf
Viega Advantix Cleviva

Was die Installation der Duschrinne „Advantix Cleviva“ von Viega besonders einfach macht, ist vor allem die Kombination aus Linien-entwässerung und Punktablauf: Über ein elegantes Edelstahlprofil...

mehr
Ausgabe 03/2020

Bodenablauf-System

Die neue „DallDrain“-Systemfamilie von Dallmer besteht aus drei Ablaufkörpern für die Bodenentwässerung (Bauhöhen: 55, 85 und 24 mm), verschiedenen passenden Aufsätzen sowie Zubehör.  Dabei...

mehr
Ausgabe 08/2021

Absaug-Ablauf für bodengleiches Duschen

Passend zum „Sanftläufer“-Duschsystem von Gang-Way gibt es für die Entwässerung von bodengleichen Duschen den extra flachen Punktablauf ­„DSS 6“­.­ Das System besteht aus dem...

mehr
Ausgabe 08/2023

Damit die Sanitärtechnik an der Wand bleibt

Fach- und normgerechte Befestigungen im Nassbereich

Der herunterhängende Handtuchhalter ist für den Kunden das erste sichtbare Zeichen und Ärgernis, dass nicht korrekt befestigt wurde. Der SHK-Handwerker erspart sich viel Ärger, Kosten und die...

mehr