Aus der Sicht des Schornsteinfegers

Schornsteinkopfverkleidungen

Eine schöne Schornsteinkopfverkleidung sieht nicht nur gut aus, sondern kann auch eine sehr sinnvolle Maßnahme sein. Allerdings gilt es, einige Vorschriften zu beachten. Lesen Sie in meiner Kolumne, worauf bei der Ausführung von Schornsteinkopfverkleidungen ankommt.

Feuchtigkeit

Bei Schornsteinen aus Betonfertigteilen ist eine Verkleidung im Freien sogar vorgeschrieben. Die Fertigteile müssen gegen eindringende Feuchtigkeit von außen geschützt werden. Auch die Steine und Fugen bei Schornsteinköpfen aus Mauerwerk können durch fachlich gut ausgeführte Verkleidungen geschützt werden. Die eindringende Feuchtigkeit kann das Mauerwerk stark schädigen, vor allem dann, wenn es auch noch gefriert! Durch die Ausdehnung bei Gefrierung wird der Stein oder die Fuge regelrecht „gesprengt“. Die Feuchtigkeit von innen, die bei der Taupunktunterschreitung der Abgase anfällt, kann man mit einer gut gedämmten Schornsteinkopfverkleidung stark reduzieren.

 

Brandschutz

Bei der Ausführung der Schornsteinkopfverkleidung sind einige Vorschriften zu beachten. Das Wichtigste ist zunächst der Brandschutz. Bei Schornsteinen für feste Brennstoffe sind hohe Innenoberflächentemperaturen regulär. Bei Schornsteinbränden, die immer wieder vorkommen, sind hohe Innenoberflächentemperaturen möglich, so dass außen anliegendes verbautes brennbares Material sich entzünden kann, wenn Mindestabstände und gewisse Regeln nicht beachtet und eingehalten wurden. Das Grundgerüst darf aus Holz sein. Die Kanthölzer sind aber nur senkrecht an bestimmten Stellen anzubringen. Der Mindestabstand von der brennbaren Holzverschalung bei Schornsteinköpfen speziell für feste Brennstoffe (Abstandsklasse G50) muss also mind. 5 cm betragen. Der Mindestabstand von nur 2 cm ist dabei eine Ausnahmeregelung für Schornsteinköpfe bis 1 m über Dach, wenn diese Verkleidung vollständig hinterlüftet ist.

 

Sicherheit

Neben dem Brandschutz ist auch die sogenannte Verkehrssicherungspflicht ein wichtiges Thema. Alle verbauten Teile müssen fest sein und dürfen sich nicht durch verschiedenste Witterungsverhältnisse lösen können. Herabfallende Teile, wie lose Schindeln oder Schieferplatten, könnten so einen Unfall verursachen. Die Schornsteinkopfverkleidung darf selbstverständlich auch nicht die wiederkehrenden Überprüfungs- und Kehrarbeiten behindern.

Vielleicht gut gemeinte mit verbaute Aufsätze oder gar Abdecksteine können sogar lebensgefährlich sein. Diese dürfen nur nach Rücksprache mit dem zuständigen bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger installiert werden. Bei der Art des Aufsatzes kommt es immer darauf an, welche Feuerstätten an diesen Schornstein angeschlossen sind.

x

Thematisch passende Artikel:

Ausgabe 01/2014

Schornsteinkopfverkleidungen

Anforderungen & Gefahren Nutzungsänderungen beachten

Schornstein-Kopfverkleidungen!? Da fragt sich bestimmt der eine oder andere Heizungsbauer, was er mit diesem Thema zu tun hat! Ich stelle mal folgenden Vergleich auf: Die Schornstein-Kopfverkleidung...

mehr
Ausgabe 07/2023

Zweitnutzung des Schornsteins vorbereiten

Abdeckung von ungenutzten Schornsteinen oder Leitungsschächten

Es gibt verschiedene Möglichkeiten für eine fachgerechte Abdeckung. Folgendes muss jedoch dabei dringend beachtet werden: Ist der Schornstein wirklich ungenutzt? Bestätigung der zuständigen...

mehr
Ausgabe 09/2012

„Schornstein fegen“

Rechte und Pflichten

Was zu beachten ist, wenn Schornsteine überprüft und gereinigt werden, weiß Schornsteinfegermeister Ronny Gedamke nur zu gut. In seiner Kolumne berichtet er, welche Rechte und Pflichten...

mehr
Ausgabe 06/2012

Wenn die Gebäudetechnik „friert“ …

Frostschäden vermeiden

Die letzten drei Winter hatten Minusrekordtemperaturen. Das kostet nicht nur viel Energie, sondern sie verursachen neben Schäden an Schornsteinen auch Probleme an der Gebäudetechnik mit teilweise...

mehr
Ausgabe 04/2014

Aus der Sicht des Schorn­stein­fegers

Schornsteinbrand Auch moderne Holzheizungen gefährdet

Die Verteuerung der Energiepreise für Öl und Gas veranlasst viele Kunden darüber nachzudenken, wie man am besten diese Kosten senken kann. In Berlin z.B. lässt sich das in drei Gruppen einteilen....

mehr