Auswahl der Wohnraumlüftung

Das richtige Lüftungssystem bringt gesunde Luft ins Haus

Ob Neubau oder Sanierung: Mit dem Thema Lüftung müssen sich Bauherren, Bauträger und Handwerker schon aufgrund einer Vielzahl an geltenden Regelungen zwangsweise beschäftigen. Doch welches System passt in das Haus und worauf kommt es bei Geräteauswahl, Einbau und Reinigung wirklich an?

Die Lüftung ist eine Komponente im Gesamtsystem beim Hausbau und auch für die Energiebilanz relevant. Energieeinsparverordnung (EnEV), Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) oder die Richtlinien zur KfW-Förderung: Mit einer Lüftung im Gebäude lässt sich Energie einsparen, die Wärme richtig verteilen, die Luftzufuhr regeln und Schimmelbildung vorbeugen. Gute Luft im Haus steht auch für Gesundheit und angenehmes Wohnraumklima. Weil die Gebäudehüllen immer besser gedämmt sind, kommt es zu zunehmend luftdichten Neubauten. Da reicht das Lüften über die Fenster allein nicht mehr aus, um für eine ausreichende und gleichbleibende Frischluftzufuhr zu sorgen.

Lüftungskonzept für Einfamilienhäuser

Das Erstellen eines Lüftungskonzepts ist bei Neubauten gemäß DIN 1946-6 sogar Pflicht, weiß Dipl.-Ing. Jürgen Böhm, Vertriebsleitung Schornsteinsysteme und Lüftungsnetzwerk bei der Erlus AG . „Bei der Bauplanung kann heute mit einer einfach zu bedienenden Software in wenigen Minuten überprüft werden, ob und welche lüftungstechnischen Maßnahmen erforderlich sind.“ Das Gleiche gilt für die Altbausanierung, wenn mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster oder der Dachfläche erneuert werden. Die Software erarbeitet mit nur wenigen Eingaben, wie z. B. Raumgröße und Nutzungsart des Raums, ein genaues Lüftungskonzept. Sie ermittelt dabei, wie viel Luft durch Infiltration – also „Undichtigkeiten“ der Gebäudehülle – ins Innere gelangt und ob bzw. welche Zusatzluftmengen erforderlich sind.

Kochen, Waschen, Duschen: Luftfeuchtigkeit entsteht

Je dichter das Gebäude, umso geringer ist der Wert, der über die sogenannte Blower-Door-Messung ermittelt wird. Ist der Luftvolumenstrom über Infiltration zu niedrig, sind lüftungstechnische Maßnahmen notwendig. Ein Lüftungssystem sorgt für einen bedarfsgerechten Lufttausch und die Verteilung sowie dafür, dass Feuchtigkeit nach draußen ­transportiert wird. Denn ständig wird in den Wohnräumen feuchte Luft produziert: Kochen, Waschen, Duschen, Ausatmen oder Grünpflanzen – in allen Räumen im Gebäude entsteht Feuchtigkeit.

„Bei der Erstellung des lüftungstechnischen Nachweises nach DIN 1946-6 stellt man fest, dass die Mehrheit der Einfamilienhausneubauten lüftungstechnische Maßnahmen erfordern, da ihr natürlicher Luftwechsel nicht ausreicht“, erklärt Böhm. „Am sinnvollsten ist es, gleich bei der Rohbauplanung eine kontrollierte Wohnraumlüftung einzuplanen, da diese nicht nur Feuchte- und Bautenschutz abdeckt, sondern insbesondere ein großes Komfort-Plus für den Bewohner ist.“

System speziell für Einfamilienhäuser

Doch wie sieht das passende Lüftungssystem für ein Einfamilienhaus aus? Während der Bauträger sich wünscht, dass das System einfach zu verbauen ist und wenig Wohnfläche verloren geht, wird für den Heizungsbauer wichtig, dass der Anschluss für viele Markenlüftungsgeräte passt. Der Bauherr hingegen denkt eher an die Haltbarkeit und die Folgekosten, z. B. wie das System später gereinigt werden kann. Außerdem sind für ihn in aller Regel Schlauchbündel im Aufstellraum des Lüftungsgerätes oft sehr abschreckend.

All diese Wünsche gleichermaßen zu berücksichti­gen, das sei auch das Ziel bei der Entwicklung des Lüftungsnetzwerks „ViaVento S“ der Erlus AG gewesen, so Böhm. „Wir wollten eine saubere Lösung beim Einbau, ein geräteflexibles Gesamtsystem und Bauteile, die sich in die Wand ohne Wohnraumverlust integrieren lassen und leicht, auf Wunsch gar vom Bewohner selbst, zu reinigen sind“, erklärt Jürgen Böhm die Vorgaben.

Hersteller mit Erfahrung

Von der ersten Idee bis zur kompletten Umsetzung hat es rund zehn Jahre gedauert. Entstanden ist ein Premiumsystem von einem Qualitätshersteller. Die Erlus AG hat 50 Jahre Erfahrung bei der Herstellung von Schornsteinen und 177 Jahre Erfahrung bei der Dachziegelherstellung. Ein ganzes Team von Experten entwickelte ein durchdachtes Komfort-Wohnraum-Lüftungssystem. „Via Vento S“ besteht aus einem zentralen Betonschacht mit einer hochwertigen Innenbeschichtung und einer genau darauf abgestimmten Querverteilung, welche die Luft von und zu den einzelnen Räumen bringt. Dabei ist jeder Strang über einen eigenen Verteiler an den zentralen Schacht zur einfachen Reinigung angeschlossen. Qualität in der Herstellung, clevere Komponentenbauweise und praktikable Einbauvarianten sowie die leichte Reinigung des Gesamtsystems sprechen für sich.

Passt in jede 17,5 cm starke Wand

Das Lüftungsnetzwerk „Via Vento S“ kann durch die neue Wandhochführung auch in Gebäuden mit einem Sichtdachstuhl sauber integriert werden und lässt sich durch das mitgelieferte Reinigungsset für Schacht und Querverteilung und mit Hilfe eines einfachen Haushalts-Staubsaugers schnell und praktisch reinigen. „Wenn der Bauherr sagt, ich höre nichts, ich spüre nichts, es funktioniert einfach, dann hat er das richtige Lüftungssystem eingebaut“, sagt Böhm und weiß, wie schwierig es oft ist, die Skepsis, die manche Bauherren gegenüber Lüftungssystemen haben, zu zerschlagen.

Positive Erfahrungen beim Einbau

Häufig brauche es auch bei den Maurern Überzeugungsarbeit, erläutert German Stark, Geschäftsführer des Bauträgers Stark Wohn- und Gewerbebau GmbH. Stark hat die Erlus „Via Vento S“ bereits mehrmals verbaut und gute Erfahrungen gemacht: „Die Elemente können sauber montiert und verputzt werden, die Rohre sind leicht zu reinigen, und das System funktioniert auch bei flachem Dach oder ohne Betondecke, das hat mich überzeugt.“ „Via Vento S“, davon ist Bauträger Stark überzeugt, ist ein durchdachtes Komfort-Wohnraum-Lüftungssystem, das seinen Kunden viele Vorteile bietet und es zudem den Handwerkern, die es einbauen, leicht macht.

Wandhochführung bei Sichtdachstuhl

„Wir haben den Verarbeitern zugehört, was ihnen beim Einbau eines Lüftungsnetzwerks Probleme bereitet und daraus Innovationen erarbeitet. So präsentieren wir z. B. für den Einbau der Lüftungsverteilung bei Sichtdachstuhlkonstruktionen neue Komponenten“, skizziert Jürgen Böhm. Denn viele Einfamilienhäuser werden mit einem Sichtdachstuhl im obersten Geschoss versehen. Diese optisch sehr ansprechende Lösung bringt aber beim Einbau eines zentralen Lüftungsgerätes Probleme mit sich. Deshalb hat der Hersteller eine Lösung vorgestellt: Die Erlus S Wandhochführung für „Via Vento S“.

„Hat das Einfamilienhaus einen Sichtdachstuhl, gibt es darüber keine Decke mehr“, erklärt Jürgen Böhm. Wohin also mit den Querverteilungen für das Lüftungssystem? Die Lösung in solchen Fällen war bislang, die Flex-Rohrleitungen aus der Decke des darunterliegenden Stockwerks in oder an einer Zwischenwand des obersten Geschosses hochzuführen. Meistens sind diese Zwischenwände aber nur 11,5 cm stark und die Integration eines Flexrohres erfordert faktisch eine Wandunterbrechung in Form eines Schlitzes. Der Einbau der Leitung ist aufwändig und muss wieder verschlossen werden. Die neue Wandhochführung für das „Via Vento S“ Lüftungsnetzwerk bietet hierfür eine praktikable und saubere Lösung.

Wandhochführung im Detail

Hauptbestandteil der Wandhochführung ist der massive 90° Betonbogen. Entsprechend der Lage der geplanten Zwischenwand wird er auf der Filigrandecke eingemessen und fixiert. Nach dem Betonieren der Decke ragt dieser Bogen einige Zentimeter aus der fertigen Betondecke hervor. Die Hochführung in der Zwischenwand erfolgt im zweiten Schritt mit beliebig miteinander kombinierbaren Leitungsabschnitten. Die Abschnitte bestehen aus einem 75er Innenrohr, welches bereits im Werk in einen kubischen Betonmantel eingelassen wird, und so optimal in die 11,5 cm breite Wand passt.

Diese Abschnitte sind einfach ineinander zu stecken und werden sicher verbunden. Die Leitungsabschnitte gibt es in beliebig miteinander kombinierbaren Längen zum Beispiel 100, 75, 50, 24 oder 12 cm. Die Elemente besitzen Mauerwerkslaschen, damit werden sie sicher im Wandverbund verankert und aufwändige Nacharbeiten entfallen.

Gutes Raumklima

„Via Vento S“ wurde von Erlus als Weiterentwicklung von „Via Vento“ im Jahr 2017 erfolgreich in den Markt eingeführt. Bei immer dichteren Gebäudehüllen schafft das System ein angenehmes Raumklima, sorgt für frische Luft und hilft gleichzeitig, Energie einzusparen – und das in allen Räumen, unabhängig von der Raumaufteilung. Gerüche werden zuverlässig abgeführt wie überschüssige Luftfeuchtigkeit, was die Schimmelbildung verhindert und zum langfristigen Werterhalt der Immobilie beiträgt. Weitere Informationen und ein Erklär-Video zum Einbau unter: www.erlus.com/lueftungsnetzwerk.

Vorteile von „Via Vento S“ auf einen Blick

Komfort:

– kein Verlust von Wohnfläche, voll in Decken und Wände integrierbar

– passt in jede 17,5 cm Wand

– Wandhochführung bei Sichtdachstuhl

– Montagebauweise, geschosshohe Elemente

– ein- oder zweizügige Steine zur Auswahl, Mittelschacht für Solarmodulanschluss

– sechsfache Querverteiler mit Revisionsöffnung

– freie Wahl beim Lüftungsgerät

– sauber strukturierter Einbau

– leichte Reinigung mittels Staubsauger und Reinigungsset (mit Reinigungsball)

– hohe Schalldämpfung durch Betonsteine

Sicherheit:

– saubere Luft in allen Räumen, zielgerichtete Verteilung von Luft

– Schutz für Allergiker (Filter im anzuschließenden Lüftungsgerät)

– Energiesparend durch Wärmerückgewinnung im anzuschließenden Lüftungsgerät

– hygienische Beschichtung der Schachtinnenseiten

– Reinigungsöffnung auf jeder Etage, in jedem Querverteilungsstrang

– Tausch des Lüftungszentralgerätes jederzeit möglich

– fest und unsichtbar verbaute Querverteilung in Betondecken mit optisch schlichten Revisionsöffnungen

der Verteiler

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