Digital in die Zukunft

Interview mit Erich Goldammer, Bechert Technik & Service GmbH und Mike Eitzenhöfer, Hilti Deutschland AG

Großen wie auch kleinen Handwerksbetrieben bietet die Digitalisierung von Geschäftsprozessen enormes Effizienzsteigerungspotential. Aber wie kann man Abläufe digitalisieren, den Gerätepark und damit einhergehende Prozesse produktiver gestalten – und das alles möglichst im laufenden Geschäftsbetrieb? Darüber haben wir mit Erich Goldammer, Geschäftsführer der Bechert Technik & Service GmbH, und Mike Eitzenhöfer, Solution Consultant Software- und Service der Hilti Deutschland AG gesprochen.

SHK Profi: Herr Goldammer, Sie sind seit über 35 Jahren in der SHK-Branche zu Hause, haben viele Herausforderungen gemeistert. Welche Veränderungen beschäftigten Sie in Ihrem Betrieb derzeit am meisten?

Goldammer: Wir sind ein mittelständisches Unternehmen mit 115 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, betreuen (schwerpunktmäßig) private und gewerbliche Kunden im Großraum Bayreuth und übernehmen mittlere bis Großprojekte im Segment Neubau und Umbau. Im Bereich Kundendienst, Service und Wartung sind wir für unsere Privatkunden unterwegs. Aktuell sind wir sehr gut aufgestellt, aber für die Zukunft müssen wir uns schon heute optimieren. Es ist zu erwarten, dass in den nächsten zehn Jahren die Mitarbeiterzahlen aufgrund der Altersstruktur eher rückläufig sein werden, gleichzeitig aber die Auftragszahlen weiter steigen.

SHK Profi: Wie bereiten Sie sich auf diese Verän-derungen vor?

Goldammer: Wir sehen eine große Arbeitserleichterung in der Digitalisierung und arbeiten konsequent an der Einführung neuer Systeme und Produkte, um sowohl unsere Monteure als auch die Verwaltung zu entlasten. Wir haben viele Ideen und Visionen, gehen aber Schritt für Schritt vor, um den täglichen Betrieb nicht zu beeinträchtigen. Den Anfang haben wir mit dem „Mobilen Monteur“, einer mobilen Auftragsabwicklung, gemacht. Im zweiten Schritt haben wir uns dazu entschlossen, mit Hilti einen externen Partner an Bord zu holen, der uns rund um den Gerätepark umfänglich beraten und unterstützen kann.

SHK Profi: Die Optimierung des eigenen Geräteparks ist eine vielschichtige Aufgabe. Wie wurden Sie hier von Hilti unterstützt?

Goldammer: Zunächst einmal haben die Experten von Hilti eine detaillierte Serviceanalyse bei uns durchgeführt und daraus Empfehlungen abgeleitet. Die Spezialisten berücksichtigen dabei alle relevanten Faktoren rund um die Geräte wie auch die Erfahrungen und den spezifischen Bedarf der Mitarbeiter.

Eitzenhöfer: Im Rahmen der Serviceanalyse schlüsseln wir den aktuellen Aufwand und die damit verbundenen Kosten der derzeitigen Prozesse des Kunden auf. Besonderes Augenmerk liegt, neben dem Gerätepark und den Anwendungen auf der Baustelle, auch darauf wie Prüfungen verwaltet werden und auf dem Bereich Arbeitssicherheit. Im nächsten Schritt haben wir gemeinsam mit der Firma Bechert die wichtigsten Anwendungen ermittelt und dann die produktivsten Lösungen identifiziert. Daraus resultierte ein speziell auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittenes Konzept.

SHK Profi: Welche Maßnahmen haben Sie bisher konkret umgesetzt?

Eitzenhöfer: Wir haben bei der Bechert Technik & Service GmbH zum einen die digitale Betriebsmittelverwaltung „ON!Track“ eingeführt und zum anderen auf das Flottenmanagement von Hilti umgestellt. Das bedeutet, dass die Geräte in Verbindung mit einem vollumfänglichen Servicepakt ausgeliefert werden, wodurch sich die Prozess- und Zusatzkosten rund um den Gerätepark deutlich reduzieren lassen. Beispiele hierfür sind kostenlose Reparaturen, kostenlose Ersatzgeräte bei Ausfall oder ein Mietgeräte-Service bei Bedarfsspitzen.

Goldammer: Als gelernter Kaufmann habe ich die Einführung des Flottenmanagements natürlich genau durchkalkuliert. Keine Frage, am Anfang steht die Anfangsinvestition, aber sie zahlt sich schnell aus. Denn die monatlichen Nutzungsgebühren decken alle Werkzeug-, Wartungs- und Reparaturkosten ab und gewährleisten uns eine sehr gute Kontrolle der Kosten.  Zudem arbeiten unsere Mitarbeiter mit einer optimal auf sie abgestimmten Ausstattung, immer auf dem neuesten Stand der Technik. Damit sparen wir wiederum viel Zeit, die wir gewinnbringender nutzen können. Und ein ganz wichtiger Punkt: das Wohl meiner Mitarbeiter. Sie profitieren direkt von der Weiterentwicklung der Arbeitssicherheits-Features wie beispielsweise der Vibrationsreduktionen und der Ergonomie. Schön ist auch, dass ich meine Mitarbeiter bei der Auswahl der Geräte von Anfang einbeziehen konnte.

SHK Profi: Herr Goldammer, Sie haben sich auch für eine digitale Betriebsmittelverwaltung entschieden. Welche Vorteile haben Sie dadurch?

Goldammer: Unsere bisherige Betriebsmittelverwaltung war mir schon lange ein Dorn im Auge. So ganz genau konnte man nie wissen, welche und wie viele Geräte bei uns Bestand sind, wo sie sich aktuell befinden und ob Reparaturen oder Prüfungen anstehen. Mit ON!Track haben wir nun eine Komplettlösung zur Verwaltung der Betriebsmittel – herstellerübergreifend! Die Implementierung verlief dank der Unterstützung der Hilti-Experten und unserem Verkaufsberater Johannes Wolf problemlos an einem Tag ab.

Eitzenhöfer: Alle Geräte, Werkzeuge und sicherheitsrelevanten Betriebsmittel wurden mit Tags gekennzeichnet. Diese können mit einem Smartphone über die ON!Track-App erfasst und mit den Produktdaten verknüpft werden. Informationen wie Standort, Prüffristen oder verantwortliche Person sind über die App für jeden Monteur überall und jederzeit verfügbar. Ergänzt wird die Betriebsmittelverwaltung durch eine „Active Tracking“-Lösung, die es möglich macht, den genauen Gerätestandort zu erfassen. Mit ON!Track stehen aber nicht nur gerätespezifische Informationen zur Verfügung, sondern beispielsweise auch alle sicherheitsrelevanten Unterlagen, wie zum Beispiel zur DGUV V3 Prüfung oder die vom Gesetzgeber vorgeschriebenen Dokumente wie Gefährdungsbeurteilungen.

SHK Profi: Wie geht die (digitale) Reise bei Ihnen weiter?

Goldammer: Die ersten Maßnahmen zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an mein Team, das die Neuerungen so engagiert und motiviert annimmt. Im nächsten Schritt werden wir uns sicher mit den Themen Zeiterfassung und Kommunikation befassen. Hier schlummert auch noch viel Optimierungspotential. Und am Ende hätte ich gerne die eine App für alles: die Bechert App.

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