Wärmepumpentechnik

Energie per Zaun

Alternative Wärmequelle

Immer mehr Eigentümer von Ein- und Mehrfamilienhäusern als auch von gewerblichen Objekten machen sich Gedanken über die zukünftige Energieversorgung. Im Zuge solcher Überlegungen rückt auch häufig die Wärmepumpe in den Fokus. Teure Erdsondenbohrungen oder zu laute Luft/Wasser-Wärmepumpen können aber Argumente gegen den Einsatz von Wärmepumpen sein. Wie eine Installation in der ostwestfälischen Stadt Enger zeigt, gibt es eine Alternative: den Energiezaun.

In der nordrhein-westfälischen Stadt Enger bewohnt Jürgen Werner ein Einfamilienhaus. Als Vertriebsprofi in Sachen Wärmepumpe wollte er natürlich auch selbst von den Vorteilen der Technik profitieren. Als Lösung wählte Jürgen Werner einen 9,2 m langen Energiezaun aus dem Produktsortiment der Firma Hautec (www.hautec.eu), der zusammen mit einer 6,4 kW Wärmepumpe, ebenfalls aus dem Hause Hautec, die insgesamt 106 m² Wohnfläche beheizt. „Ich habe den Energiezaun im August 2010 bei mir installiert, da ich die kostenlose Energie der Sonne und des Regens nutzen wollte“, erläutert Werner.


Keine Geräuschbelästigung

Ein Grund für die Entscheidung „pro Energiezaun“ war auch die Tatsache, dass keine Geräuschbelästigung auftritt und dass der Energiezaun neben Umgebungsluft, Sonne, sowie Regen und Tauwasser eine weitere Energiequelle nutzt.

„Im Vergleich zur Luft/Wasser-Wärmepumpe habe ich keine störenden Luftgeräusche und nutze die Anbindungsleitungen – bei mir ca. 80 m – als zusätzliche Energiequelle aus dem Erdreich“, berichtet der Wärmepumpenprofi.

Dabei konnte der Zaun, der aus übereinander verlaufenden Rohren besteht, die wechselseitig am Pfahlelement vorbei geführt werden, schon im letzten Winter bei Temperaturen von bis zu – 18 °C seine Leistungsfähigkeit unter Beweis stellen. „Der Zaun hat auch im tiefsten Winter dafür gesorgt, dass über den Einsatz der Wärmepumpe die Raumtemperatur 22 °C betrug“, berichtet der Hausherr. Dabei rechnet Jürgen Werner mit einer deutlichen Kosteneinsparung gegenüber der vorherigen Anlage, die mit Gas betrieben wurde. Der Zaun erzielt sogar gegenüber einer Luft/Wasser-Wärmepumpe höhere Jahresarbeitszahlen. Vorteile besitzt der Energiezaun durch seinen Solareffekt gerade an extrem kalten und sonnigen Wintertagen gegenüber der Luftwärmepumpe.

 
Nutzungsmöglichkeiten

Dieses System eignet sich als Wärmequelle für bivalente oder monoenergetische Wärmepumpenanlagen. Bei monoenergetischer Betriebsweise wird ein Teil des Zauns in den Boden eingelassen, um eine Puffermöglichkeit für die Nacht und kalte Tage zu schaffen. An Sonnentagen wird der Erdboden durch den Solargewinn des Energiezauns wieder „aufgeladen“. Dies funktioniert auch bei Minusgraden. An kalten Tagen oder Nächten ohne Sonnenschein wird vom Luftanteil des Energiezauns nur wenig Wärme aufgenommen. Der Erdanteil übernimmt dann die Energieversorgung der Wärmepumpe. Auch an sehr kalten Tagen mit viel Sonnenschein wird vom Energiezaun ein erheblicher Anteil der von der Wärmepumpe benötigten Kälteleistung erbracht und das Erdreich regeneriert. Die Sole-Temperatur liegt dann sehr häufig deutlich über der Außentemperatur.

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