Individuelle Lösungen in der Badplanung

In der Komplexität des Marktes einen Überblick schaffen Maßgeschneiderte Lösungen und 3D-Visualisierung

Die SHK Profi-Redaktion sprach mit dem Geschäftsführer der Vigour GmbH, Alexander Gelsdorf, über das Thema Badplanung. Welche Herausforderungen sich bei Beratung und Planung stellen, wie sich Kundenerwartungen gestalten und in welchen Bereichen es aktuell den größten Beratungsbedarf gibt.

SHK Profi: Badplanung ist nicht gleich Badplanung. Was macht
aus Ihrer Sicht eine gute Beratung aus?

A. Gelsdorf: Kunden möchten mit dem Gefühl aus der Beratung gehen, wirklich verstanden worden zu sein. Deshalb ist ein guter Berater auch gleichzeitig ein guter Zuhörer. Schließlich gibt es nicht die eine universelle Lösung für die eine, immer wiederkehrende Fragestellung.

Bei der Badplanung kommt es vielmehr darauf an, für jeden Kunden die individuelle Lösung zu finden, die optimal zu seinen Wünschen und seiner individuellen Lebenssituation passt. Aus diesem Grund haben wir uns bei Vigour dazu entschieden, alle Produkte für den Lebensraum Bad anzubieten. Das erleichtert nicht nur die Badplanung, sondern hat auch den Vorteil, dass alle Produkte zueinander passen.
 
SHK Profi: Was erwarten denn die Kunden von einer guten Badplanung?
A. Gelsdorf: Der Markt für Sanitärprodukte ist sehr komplex. Wer sich nicht gerade hauptberuflich mit dem Thema Bad beschäftigt, verliert da schnell den Überblick. Aus diesem Grund erwarten viele Hausbesitzer von einem guten Beratungsgespräch vor allem Inspiration.

Ein guter Badplaner hört ihnen genau zu und fragt zum Beispiel nach, wie viel Zeit die Kunden täglich im Bad verbringen, ob Kinder mit im Haushalt leben oder ob sie das Bad auch als Wellness-Bereich nutzen möchten. Anschließend zeigt er Möglichkeiten auf und schlägt eine maßgeschneiderte Lösung vor. Kunden, die sehr individuelle Wünsche haben oder sich schwer damit tun, sich ihr neues Bad vorzustellen, kann eine 3-D-Visualisierung helfen.
 
SHK Profi: Wo gibt es zurzeit den größten Beratungsbedarf?
A. Gelsdorf: Dort, wo auch die aktuellen Trends im Sanitärbereich liegen. Technische Innovationen werfen in den meisten Fällen ja auch Fragen auf. Außerdem gibt es beim Thema „Barrierefreiheit“ einen großen Beratungsbedarf. Und natürlich dort, wo die räumliche Situation schwierig ist, etwa bei Dachschrägen oder sehr kleinen Räumen.
 
SHK Profi: Bleiben wir beim Thema „Kleine Bäder“, die gibt es ja in vielen Haushalten. Worauf kommt es bei der Planung für diese besonders an?
A. Gelsdorf: Gerade bei diesem Thema zeigt sich, wie wichtig eine gute Bedarfsanalyse und die Abstimmung der Badplanung auf die Lebenssituation der Kunden ist. Vielleicht kommt man bei der Beratung gemeinsam zu dem Schluss, dass die alte Badewanne nur sehr selten genutzt wurde und künftig eine großzügige Dusche den Kundenbedürfnissen viel besser entspricht. Natürlich gibt es auch spezielle Produkte für kleine Bäder, zum Beispiel Raumspar-Badewannen, faltbare Duschabtrennungen, Waschtische und WCs mit geringer Tiefe sowie Eckspülkästen.
 
SHK Profi: Und wie sieht es bei besonders großen Bädern aus?
A. Gelsdorf: Da gibt es natürlich unzählige Möglichkeiten. Aller­dings besteht bei sehr großen Bädern auch die Gefahr, dass ein Hallencharakter entsteht und das Bad dadurch ungemütlich wirkt. Deshalb sollten die einzelnen Elemente wie Wanne, Waschtisch oder Badmöbel nicht schlicht und einfach nebeneinander aufgereiht werden. Stattdessen können Raumteiler, Podeste oder Zwischenwände die Raumsituation auflockern. Auch Farbakzente, beispielsweise durch Fliesen, die in kleineren Bädern unter Umständen zuviel Licht schlucken, sorgen in großen Bädern für eine angenehme Atmosphäre.
 
SHK Profi: Wo liegen aus Ihrer Sicht die aktuellen Trends?
A. Gelsdorf: Ganz aktuell und stark nachgefragt sind unsere spülrandlosen WC. Im Trend liegen auch nach wie vor frei stehende Badewannen und großzügige Duschen mit individuellen Glas-Abtrennungen. Auch bodengleiche Duschen spielen eine große Rolle bei der Badplanung, und zwar nicht allein aus Gründen der Barrierefreiheit, sondern auch wegen ihres hohen Komforts.
 
SHK Profi: Apropos, wie stark ist die Nachfrage nach dem barrierefreien Bad?
A. Gelsdorf: In diesem Bereich ist die Nachfrage sehr hoch, bei­spielsweise bodenebene Duschen. Allerdings fragen viele Kun­den nicht explizit nach dem barrierefreien Bad.

Wie man es letztlich nennt, ist aus meiner Sicht auch gar nicht entscheidend. Barrierefreie Bäder bieten ja schließlich auch für jüngere Menschen ein hohes Maß an Komfort. Und auch Familien mit kleinen Kindern schätzen die Vorteile von bodengleichen Duschen oder kippbaren Spiegeln.

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