Unternehmergeist und handwerkliches Geschick

100 Jahre Dallmer Sanitärtechnik Mit Technik & Design zum Erfolg

Das Arnsberger Unternehmen Dallmer GmbH & Co. KG Sanitärtechnik hat sich in seiner 100-jährigen Firmengeschichte als Hersteller für Ablaufsysteme in der Hausentwässerung einen Namen gemacht. Den Grundstein zum Erfolg legte Johannes Dallmer sen. in Neheim, später Arnsberg, im Sauerland im Jahr 1913 mit der Gründung einer Gravieranstalt. Heute, ein Jahrhundert nach der Firmengründung, steht das Traditionsunternehmen Dallmer für hochwertige Produktlösungen im Sanitärbereich.

Unternehmensgründer Johannes Dallmer prägte die Firmenphilosophie „100 Jahre Erfindergeist, Mut und Leidenschaft für innovative Produkte“. Sie zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschichte des Unternehmens aus dem Sauerland.

Handwerkliches Geschick zählt

Als Graveurmeister baute sich Johannes Dallmer 1913 rasch ein zweites Standbein auf: Mit der Fertigung von Werkzeugen für andere Unternehmen stellte er sein handwerkliches Geschick und seinen umtriebigen Unternehmergeist unter Beweis. Beides wurde auch Sohn Helmuth in die Wiege gelegt, der 1950 in das Unternehmen eintrat und noch heute, mit fast 90 Jahren, im Geschäftsbereich Hufschuhe aktiv ist. Helmuth Dallmer begann, sich mit der Verarbeitung von Kunststoffen, anfänglich Bakelit, zu befassen und stellte daraus verschiedene Produkte her, wie z.B. Griffe für Bügeleisen. Maßgeblich brachte er aber eine Entwicklung nach vorn, die die Sanitärbranche revolutionieren sollte: Er konzipierte und fertigte den ersten Röhrensiphon aus Kunststoff. „Die Schwierigkeit lag darin, die 180°-Kurve des Ablaufrohrs in einem Stück herzustellen – dies gelang meinem Vater“, sagt Johannes Dallmer jun. über die Innovation, die das Unternehmen Dallmer erstmals 1963 auf der Fachmesse ISH in Frankfurt präsentierte. „Er hatte das handwerkliche Know-how, und er hatte die Idee, wie man diesen Bogen aus Polypropylen fertigen konnte. Dann probierte er einfach aus – mutig war er schon immer“, so Johannes Dallmer.

Designprodukte stärken Innovationskraft

Er selbst trat 1966 in das Unternehmen seines Vaters ein und ging bei ihm als Graveur in die Lehre. Später besuchte er die Fachhochschule in Paderborn zum Studium der Ingenieur-Verfahrenstechnik Kunststoff, anschließend studierte er Betriebswirtschaft. Nach seinem erfolgreichen Abschluss startete er bei der Firma Höchst AG ins Berufsleben, bevor er Ende 1976 wieder in den elterlichen Betrieb zurückkehrte. Mit Johannes Dallmer jun. ging das Familienunternehmen in die dritte Generation. Er brachte neben seiner fundierten handwerklichen Ausbildung etwas mit, das die Innovationskraft von Dallmer weiter stärken sollte: ein ausgeprägtes Bewusstsein für Designprodukte. „Mein Motto war immer: Wenn wir etwas neu machen, dann sollte es praktisch sein, aber auch gut aussehen“, begründet Johannes Dallmer diese Maßnahme. Mit der Herstellung von Designprodukten trug Dallmer dem wachsenden Designbewusstsein der Verbraucher Anfang der 1990er Jahre Rechnung.

Ausgezeichnete Lösungen

Die Erfindung der Design-Roste im Jahr 2001 ist ein Meilenstein in der Geschichte des Unternehmens. Mit den etwas später entwickelten Duschrinnen für bodengleiche Duschen hebt das Unternehmen seine Designkompetenz weiter hervor. Diese gehören heute zu den meistverkauften Dallmer-Produkten und wurden sogar in berühmten Objekten verbaut wie dem Londoner Luxus-Appartement-Komplex One Hyde Park, der Marco Polo Tower in Hamburg oder auch das höchste Gebäude der Welt, das Burj Khalifa in Dubai. Mittlerweile sind im Dallmer-Produktkatalog über 1000 Teile gelistet, die sowohl auf dem deutschen Markt vertrieben als auch in über 40 Länder exportiert werden.

Die vierte Generation

Mit Yvonne Dallmer trat Ende 2008 die vierte Generation in das Unternehmen ein. Gemeinsam mit ihrem Vater Johannes, ihrem Großvater Helmuth Dallmer sowie Harry Bauermeister bildet sie die Geschäftsführung und führt die Philosophie, die die Erfolgsgeschichte von Dallmer charakterisiert, im ursprünglichen Sinn weiter.

Kurzinterview mit Yvonne Dallmer

SHK Profi: Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zum Jubiläum. 100 Jahre sind eine lange Zeit. Wie gelingt es Ihrem Unternehmen die Balance zwischen Tradition und Aufgeschlossenheit für Neuerungen zu halten?

Yvonne Dallmer: Wir entwickeln seit 100 Jahren sehr handwerkerfreundliche Lösungen. Als mittelständischer Betrieb sind wir organisch gewachsen und stehen seit jeher im ständigen Austausch mit der Baupraxis. Waren es früher überwiegend SHK-Kontakte, so haben wir heute auch einen intensiven Dialog mit Architekten, Fachplanern, Ausbaugewerken sowie weiteren Branchen.  
SHK Profi: Wie viel Mut ist heute in der Branche notwendig, um kreative und innovative Entscheidungen zu fällen? Kann das Handwerk daraus etwas lernen?
 
Yvonne Dallmer: Ich kann da nur für uns sprechen. Mut und eine gewisse Risikobereitschaft sind immer erforderlich, um Entwicklungen anzustoßen. Dallmer hat durch zahlreiche Innovationen und Patente die SHK-Branche maßgeblich mitgestaltet, z.B. durch die „CeraDrain“-Technologie für Verbundabdichtungen und die ersten Design-Roste für Bodenabläufe. Manche nennen uns auch schon mal den „Innovationsführer“ der Branche. Es gibt aber auch die andere Seite. In seltenen Fällen wurde das Risiko nicht belohnt und wir konnten unsere Kreativität und Entwicklungsarbeit nicht nachhaltig vermarkten, z.B. bei einer elektronischen Waschtischarmatur. Die wurde zwar in Fachkreisen sehr gelobt und nachgeahmt, aber eine Zulaufarmatur sucht der Kunde nun mal nicht bei einem Ablauf-Spezialisten.
 
SHK Profi: Welche Entwicklungen erwarten Sie für das Bad? Werden funktionale Aspekte wieder stärker an Bedeutung gewinnen?
 
Yvonne Dallmer: In den letzten Jahren ist immer mehr das Design ins Zentrum gerückt: Stichwort Wellness zuhause. Das wird sicher noch einige Zeit von Bedeutung sein. Aber Design und Funktion gehören untrennbar zusammen, um Qualitätsprodukte zu entwickeln und im Markt zu positionieren. Spätestens beim Einbau und im alltäglichen Gebrauch zeigt sich doch, wie ausgereift, montage- und benutzungsfreundlich technische Produkte sind. Sind sie „nur“ schön, oder auch alltagspraktisch und dauerhaft sicher. Besonders beim Umbau und bei der Modernisierung von Altbau-Bädern und dem Wunsch nach barrierefreiem Duschen sind funktionale Aspekte wie flache Bauweise, Einbausicherheit, einfache Reinigung etc. sehr wichtig. Angesichts des demografischen Wandels und einer alternden Gesellschaft wird dieser Bereich immer bedeutsamer und an den technisch optimalen Lösungen arbeiten wir weiterhin intensiv.  
SHK Profi: Frau Dallmer, vielen Dank für das Interview und weiterhin viel Erfolg.

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