Sichere Teilsanierung mit ­vorgefertigten Rückwänden

Badsanierung light

Kosten, Zeitaufwand und Angst vor viel Schmutz, das sind die wesentlichen Hemmnisse für eine komplette Badsanierung. Als sinnvolle Alternative gilt die Teilsanierung mit vorgefertigten Rückwänden. So lässt sich ein Bad rasch zeitgemäß gestalten, vor allem bei einem Wechsel von Badewanne zu Dusche. Doch was sollte der SHK-Fachmann bei einer Umsetzung beachten?

Wunsch trifft auf Wirklichkeit

Viele Bauherren wünschen sich ein modernes Bad. Seine Gestaltung ist eines der wichtigsten Projekte rund um Haus oder Wohnung. Schicke Beispiele von Wellnesstempeln gibt es zuhauf, die Situation vor Ort spiegeln sie allerdings nur selten wider. Raumgröße und Budget sind in der Regel die limitierenden Faktoren. Wenn man davon ausgeht, dass in vielen Fällen ein Bad im Bestand kleiner als 9 m² und mit einer Badewanne ausgestattet ist, wird bei einer Modernisierung schnell eine bodenebene Dusche ins Auge gefasst. So ein Eingriff erscheint zunächst mit großem Aufwand verbunden zu sein. Doch durch eine Teilsanierung mit vorgefertigten Rückwänden, wie etwa die „DecoMotion“ aus dem Hause Duschwelten, rückt eine schicke und schwellenlose Dusche schnell näher.

Was dafür spricht

Ein wichtiges Argument für eine Teilsanierung ist die Tatsache, dass aufwendige Stemm- und Fliesenarbeiten entfallen. Fliesenflächen und auch Lücken nach dem Ausbau einer Wanne werden mit den Rückwänden verdeckt. Es entsteht viel weniger Schmutz und der Baulärm hält sich in Grenzen. Ein weiterer Aspekt ist die Möglichkeit, bei entsprechender Abflusshöhe eine bodenebene Dusche zu installieren. Sie bietet einen bequemen Zugang und stellt damit einen echten Mehrwert dar – Stichwort Barrierefreiheit. Zudem bringen faltbare Duschabtrennungen mehr Bewegungsfreiheit und Armaturen mit Thermostat gelten als zeitgemäße Variante. Ein zusätzlicher Punkt ist die Gestaltungsvielfalt der Rückwände. Sie können zum Beispiel in Holz- oder Maueroptik, mit Fliesendekor, in Steinanmutung oder mit Fotomotiven geliefert werden. Damit lassen sich einerseits die vorhandenen Farben aufgreifen oder anderseits Akzente setzen, bis hin zum Foto­druck mit dem individuellen Kundenmotiv. Die fertigen Flächen sind temperaturbeständig, fugenfrei, lichtbeständig und einfach zu reinigen. Das sind im Alltag alles Vorteile, die Bauherren schätzen. Zudem stehen verschiedene Strukturoberflächen zur Verfügung. In jedem Fall kann der Endkunde den gesamten Zeitaufwand sowie die Kosten viel besser einschätzen. Da der Kunde in der Regel einen einzigen Ansprechpartner möchte, wird der Installateur die gewünschte Lösung als Komplettpaket anbieten.

Die richtige Plattengröße

Die Aluminium-Verbundplatten in 3 mm Dicke werden in drei Größen hergestellt. Ein für die ­Dusche übliches Format ist einen Meter breit und 2,1 m hoch. Häufig wird aber auch die mit 2,55 m raumhohe Ausführung genutzt. Außerdem steht noch das Maß 1,5 m Breite mal 2,55 m Höhe zur Verfügung. Für eine größere Fläche lassen sich die Platten verbinden, je nach Wunsch mit oder ohne Profil. Das kommt zum Beispiel infrage, wenn über die Dusche hinaus eine Wand als Ganzes neu gestaltet werden soll. Bei den großen Elementen ist allerdings an den Transport und die Einbringung zu denken – wohin müssen die Teile im Haus getragen werden? Gibt es Einschränkungen, etwa ein enges Treppenhaus? In solchen Fällen sollte der Installateur mit dem Kunden abstimmen, welche Plattengröße sinnvoll ist.

Am Start: die Montageschritte

Bei einer unkomplizierten Raumsituation und guter Vorbereitung kann das Anbringen der „DecoMotion“-Rückwände für eine Dusche innerhalb eines Tages bewältigt werden. Sind die Vorarbeiten etwas umfangreicher oder ist die Ausgangslage schwieriger, wird mit zwei bis drei Tagen kalkuliert.

Bei einem Tausch „Wanne gegen Dusche“ ist der Altbestand komplett auszubauen. Übrig bleiben die alte Fliesenfläche und ein Wandteil ohne Belag. Anschließend wird der Installationspunkt für die neue Armatur festgelegt und die Rohre für Kalt- und Warmwasser entsprechend verlegt. Der Versatz muss beseitigt werden, damit eine ebene Fläche entsteht. Dies gelingt entweder mit Putz oder im Trockenbauverfahren. Es ist ausreichend, die Rohre so weit zu versenken, dass nach dem Verspachteln eine ebene Fläche vorhanden ist. Sie muss tragfähig, trocken, schmutz- und fettfrei sein.

Anschließend wird auf die Wandteile, die mit den Rückwänden belegt werden, ein Sperrgrund aufgetragen. „Dieser Arbeitsschritt ist für die Dichtheit zentral“, erklärt Peter Funk, Mitarbeiter der Qualitäts­sicherung und Fachmann für Montageschulungen bei Duschwelten. „Auch eine alte Fliesenfläche muss immer mit vorbehandelt werden.“ Für den Auftrag des Sperrgrunds gelten die Vorgaben der Hersteller.

Das Feintuning

Ist der Untergrund komplett vorbereitet, wird für die Platten Maß genommen. Hier ist Genauigkeit gefragt, denn für ein gutes Ergebnis gibt es nur einen geringen Spielraum. Werden Profile genutzt, etwa für eine Ecke oder den Abschluss, sind von der Gesamtbreite bestimmte Werte abzuziehen. Hier helfen die Angaben in der Montageanleitung. Das gilt dann auch für die Position von Ausschnitten oder Bohrungen. In der Höhe werden 2 mm in Abzug gebracht, da eine Dehnfuge zwischen Platte und Duschtasse zu berücksichtigen ist.

Alle Maße werden anschließend mit einem wasserlöslichen Folienstift auf die Frontseite der Platten übertragen. Der Zuschnitt lässt sich mit üblichen Bearbeitungsgeräten wie Handkreissägen, Stichsägen oder Bohrmaschinen ausführen. Die Sägeblätter für die Metallbearbeitung müssen scharf sein. Es empfiehlt sich, die Platten beim Sägen vollflächig aufzulegen. Die Öffnungen für Warm- und Kaltwasser oder das Unterputzelement sind um ca. 2 mm größer zu bohren als der Durchmesser. Auf diese Weise wird der Kontakt zwischen Platte und durchgeführtem Element vermieden. Die Profile werden anhand der ermittelten Maße ebenfalls in der Länge angepasst.

Wurden alle Schnitte ausgeführt und die Öffnungen hergestellt, sollte vor dem eigentlichen Anbringen der Platten eine Kontrolle erfolgen und die Elemente auf die Wand gehalten werden. Zu diesem Zeitpunkt lässt sich noch nachbessern, etwa wenn der Durchmesser für die Wasseranschlüsse nicht exakt passt. Alle Schnittflächen und Kanten sind zu entgraten, die Bohrungen werden angesenkt.

An die Wand

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, die „DecoMotion“-Rückwände zu befestigen. Entweder mit Installationskleber (säurefreies bzw. neutralvernetzendes Silikon) oder mit einem Flächenkleber. Zunächst wird immer die Schutzfolie von der Rückseite entfernt. Wird mit Silikon gearbeitet, wird anschließend Spiegelklebeband mit ca. 20 mm Abstand an den Außenkanten und rund um alle Öffnungen aufgebracht. Auf der Fläche werden die Klebebahnen mit ca. 400 mm Abstand angesetzt und fest angedrückt. Zuletzt wird auf die komplette Rückwand Installationskleber in Wellen aufgetragen, außerdem rund um alle Öffnungen. „Eine hohe Sorgfalt zahlt sich an dieser Stelle aus“, erklärt Funk. „So wird verhindert, dass Wasser hinter die Platten dringt.“

Soll Flächenkleber eingesetzt werden, ist dieser nach Herstellerangaben anzumischen. Dann wird er auf die gesamte Wand aufgetragen. Öffnungen werden mit säurefreiem bzw. neutralvernetzendem Silikon abgedichtet, wie es auch bei Fliesenöffnungen üblich ist.

Das eigentliche Anbringen geschieht aus einer Raumecke heraus. Dabei werden 2 mm starke Unterlege­keile eingesetzt, um die Dehnungsfuge zwischen Platte und Duschwanne zu erhalten. Die Rückwände werden gleichmäßig und fest angedrückt.

Auf der Zielgraden

Sind die Rückwände mit den Profilen auf der Wand, werden die Armatur und die Duschabtrennung installiert. Hier sind die üblichen Arbeitsschritte auszuführen. Allerdings muss der Installateur bei Bohrungen in den Rückwänden beachten, dass er sie mindestens 4 mm größer bohrt. Für einen 6er-Dübel wird z. B. eine 10er-Bohrung gesetzt. Dübel sollen nicht in der Rückwand verspannt oder aufgespreizt werden, sondern im Untergrund. Alle Durchführungen und Kanten rundum zur Wand werden schließlich mit Silikon abgedichtet.

Peter Funk von Duschwelten führt die Montageschulungen durch. Er gibt dabei seine umfangreichen
Erfahrungen mit den DecoMotion-Rückwänden weiter. Hier sind einige Hinweise für den Arbeitsalltag:

➤ Die Platten müssen flach oder hochkant gelagert und transportiert werden, damit sie sich nicht verbiegen.

➤ Gutes Werkzeug ist sehr wichtig, etwa eine Handkreissäge mit Führung für die Schnitte oder eine Oberfräse für Plattenknicke.

➤ Ein Lasermesswerkzeug hilft bei der Ermittlung der senkrechten und waagrechten Ausrichtung.

➤ Fotos von Leitungsverläufen auf den Wänden (Wasser und Strom) helfen, damit nicht aus Versehen später eine Leitung angebohrt wird.

➤ Wird die Tülle für den Silikonauftrag V-förmig angeschnitten, hat der Strang eine Höhe von ca. 8 mm. Dann berührt das Silikon zuerst die Wand, die Platte lässt sich noch justieren. Erst beim Andrücken greift das Spiegelklebeband und fixiert die Rückwand.

➤ Werden Verbindungs– und Abschlussprofile eingesetzt, kann eventuell nachgeschnitten werden. Das bringt mehr Sicherheit in der Verarbeitung.

➤ Bei der Nutzung von Plattenstoßschienen ist es empfehlenswert, die Platten für den Anstoß um 5 mm zu kürzen. Das verbessert das Fugenbild, weil die minimal gerundete Kante der Platte wegfällt.

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