Deckenstrahlungsheizung

Effizientere Beheizung und verbesserte Akustik

Kinder spielen freudig Fangen, die Lehrerin steht glücklich daneben: Nach einer knapp dreimonatigen Sanierung war die Turnhalle der Grundschule im schwäbischen Aystetten fertiggestellt und eingeweiht worden. Die Kinder der Grundschule, des benachbarten Kindergartens und auch die örtlichen Vereine nutzen die Räume für ihre sportlichen Aktivitäten.

Die Lehrerin der ersten Klasse an der Grundschule schwäbischen Aystetten kannte bisher nur die alte, noch aus dem Jahr 1965 stammende Turnhalle und freut sich sehr über die Sanierung: „Endlich muss ich nicht mehr so laut schreien, damit mich alle verstehen. Alles hallt hier jetzt nämlich deutlich weniger“, erzählt die Lehrerin von den bisherigen Schwierigkeiten. Schon gleich nach der offiziellen Einweihung nutzte sie die neuen Räumlichkeiten mit ihrer ersten Klasse.

Energetische Nachhaltigkeit

Geachtet wurde bei der Sanierung vor allem auf die energetische Nachhaltigkeit. So wurde neben einer wärmedämmenden Fassade auch eine neue Deckenstrahlungsheizung installiert. Dafür wurde der „Typ S-85“ des südhessischen Herstellers Frenger Systemen BV (https://frenger.de/) in perforierter Ausführung und mit eingebauter Beleuchtung gewählt. Die Planung sowie die Montage des neuen Deckensystems in der 20 m langen und 10 m breiten Turnhalle übernahm Frenger ebenfalls. Die ballwurfsichere, neue Paneeldeckenstrahlheizung verteilt die Wärme gleichmäßig, ist wartungsfrei und bietet eine Lebensdauer von über 30 Jahren. Auch die energiesparenden LED-Leuchten sind ballwurfsicher nach DIN sowie in Schutzklasse 1 und IP20 ausgeführt. Für die Beleuchtung wurden 300 Lux ausgelegt und mit 16 LED-Einbauleuchten realisiert.

Ballwurfsichere Decke, optimierte Akustik

Die Deckenstrahlungsheizung „S-85“ ist darüber hinaus so konstruiert, dass Bälle nicht in den Deckenhohlraum gelangen und dort liegenbleiben können. Zusätzliche Ballabweiser sind deshalb nicht erforderlich. Die in grauweiß gehaltene Paneeldeckenstrahlungsheizung bildet eine 160 m² große, nahezu vollflächige Verkleidung der Decke. Die wasserführenden Heizrohre sind aus ½“ Stahlrohr mit geschweißten Verbindungsnähten, die Oberfläche der Rohre ist rostgeschützt. Eine Paneele ist 85 mm breit, der Fugenabstand beträgt 15 mm. Neben der Perforation verbessert der Fugenabstand die Akustik zusätzlich, da die Schallenergie in den Deckenhohlraum passieren kann. Hier wird sie von der nicht brennbaren, in Folie verschweißten Mineralwolle und deren spezifischem Strömungswiderstand weitgehend absorbiert. Zum Abschluss an den bauseitigen Gipsfries wurde die Paneeldeckenstrahlheizung mit einem Abdeck-Endprofil ausgestattet. Ausgelegt wurde die Heizung mit einer niedrigen Vorlauftemperatur und einer selten benötigten Rücklauftemperatur von 50 °C. Die Heizleistung beträgt dabei 23 kW. Das Gewicht der neuen Paneeldeckenheizung einschließlich der Beleuchtung ist mit rund 20 kg pro m² sehr niedrig. Die Last pro Abhängepunkt beträgt geringe 7,5 kg.

Fazit

„Die bisherige Heizung war sehr alt und blies nur ein bisschen warme Luft in die Halle. Richtig warm wurde es dadurch aber nicht“, berichtet die Lehrerin weiter. „Das hat sich jetzt zum Glück geändert. Die neue Heizung wärmt in den kalten Monaten erheblich besser, sie macht keinerlei Lärm und der Fußboden ist angenehm temperiert.“

Die rund 750.000 € Gesamtinvestition in die Sanierung wurden also gut an-
gelegt. Auch der Bürgermeister Peter Wendel freut sich sehr: „Nachdem wir 2010 bereits die Schule saniert hatten, war die Turnhalle bisher noch veraltet. Nun sind wir froh, beides modern und nachhaltig auf einen guten Stand gebracht zu haben.“

Funktionsweise Deckenstrahlungsheizung

Die Strahlung, die von der beheizten Decke nach unten ausgesandt wird, erwärmt die Wände und den Boden des darunterliegenden Raumes sowie die im Raum befindlichen Gegenstände einschließlich der Personen. Boden und Wände haben große Oberflächen, welche die Deckenstrahlung mit großer Intensität aufnehmen und sich dadurch erwärmen.

Zusätzlich wird die auf den Körper auftreffende naturnahe Wärmestrahlung als sehr angenehm empfunden. Daher kann bei der Deckenstrahlungsheizung die Raumtemperatur bei gleicher Behaglichkeit um 2 bis 3 °C gesenkt werden.

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