Innovations-Forum 2015

Wissensvermittlung in Fulda

Bereits zum zweiten Mal hatte der Messgeräte-Hersteller Wöhler (www.woehler.de) zum Innovations-Forum geladen, das diesmal am 29. und 30. Mai in Fulda stattfand. In sieben Workshops präsentierten hochkarätige Referenten diejenigen Themen, die zurzeit den SHK-Fachmann, Energieberater und Schornsteinfeger bewegen. Bereits nach kürzester Zeit waren die 180 Plätze zum Innovations-Forum ausgebucht. Das zeigt, wie sehr den Fachhandwerkern bewusst ist, dass auch ihr Handwerksbetrieb auf ständige Erneuerung angewiesen ist, um am Markt bestehen zu können.

Aufforderung zum Querdenken

Dass man Innovationen im Betrieb systematisch planen kann, stellte Geschäftsführer Johannes Lötfering gleich in seiner Begrüßungsansprache heraus. Als ein Beispiel für einen methodischen Ansatz nannte er die SWOT-Analyse, bei der zunächst die Stärken und Schwächen eines Betriebs analysiert werden, um dann die Chancen und die Risiken fundiert einschätzen zu können. Genau entgegengesetzt ging erwartungsgemäß der bekannte Kabarettist und Diplom-Physiker Vince Ebert das Thema an: „Innovation durch Zufall“ lautete sein Motto. Mit gewohnt intelligentem Humor forderte er auf, Regeln zu durchbrechen, querzudenken und sich mutig auf ungewohntes Terrain zu begeben. Nur wer neugierig bleibe und auch mal einen Flop in Kauf nehme, könne letztendlich erfolgreiche Neuerungen schaffen.

Fundiertes Wissen und handfeste Praxistipps von Experten

So einfach wie für den Kabarettisten ist das Durchbrechen der Regeln für den Fachhandwerker nicht. Gerade Energieberater, Schornsteinfeger und SHK-Fachhandwerker sind an gesetzliche Vorgaben und technische Regeln gebunden. Die kritische Auseinandersetzung mit aktuellen Normen und ihre konkrete Umsetzung in der Praxis war folglich ein zentrales Thema der Veranstaltung. „Die Norm ersetzt das Denken nicht“, so formulierte es Referent Hans Westfeld in seinem Vortrag über Raumlufthygiene und die EnEV 2014 bis 2016. Anhand aktueller Beispiele zeigte der Sachverständige für Gebäudeschäden, Schimmelpilze und thermische Bauphysik die oftmals verheerenden Folgen auf, die auftreten, wenn Baumaßnahmen zum Erreichen der Vorgaben der EnEV durchgeführt werden, ohne dass der Verantwortliche die vorhandene Bausubstanz gründlich prüft und die physikalischen Gegebenheiten berücksichtigt. „Was funktioniert und was nicht funk­tioniert“ wurde den Teilnehmern anhand von Beispielen aus seiner gutachterlichen Tätigkeit veranschaulicht.

Besonders begehrt waren die Plätze beim Festbrennstoffe-Workshop. Zum einen, weil dieses Thema nach wie vor spannend bleibt, denn am 1. Januar 2015 trat die 2. Stufe der BImSchV in Kraft. Zum anderen, weil der Veranstalter gerade auch bei der Staubmessung der kompetente Ansprechpartner ist: Schließlich war es die Firma Wöhler, die 2012 das erste TÜV-geprüfte Staubmessgerät auf den Markt brachte, das die Forderungen der novellierten BImSchV erfüllte. Dr. Stephan Ester, Mitglied der Arbeitsgruppe „Emissionsüberwachung von Kleinfeue­rungsanlagen“ des VDI und Wöhler-Geschäftsführer erläuterte ausführlich die Regelungen der 1. BImSchV sowohl für Anlagen im Bestand als auch für neu errichtete Grundöfen. Er erklärte die VDI-Richtlinien 4206 bis 4208 zur „Emissionsüberwachung von Kleinfeuerungsanlagen“ ausführlich, bevor Bernd Vollmer, Leiter des Kompetenzentrums für Lüftung und Hygiene, deren praktische Umsetzung anhand einer simulierten Messung demonstrierte.

Ein weiteres brisantes Thema, das die Branche bewegt, griff Prof. Dr. Bert Oschatz unter dem Titel „Die Energiewende meistern“ auf. Dabei ging der Geschäftsführer des Instituts für Technische Gebäudeausrüstung in Dresden ausführlich auf die politischen Rahmenbedingungen ein, die einen starken Einfluss darauf haben, wie wir zukünftig heizen und Energie einsparen.

Um Fragen, die dem Handwerksbetrieb neue Geschäftsfelder eröffnen, ging es in den Vorträgen von Michael Kratzel über die Dichtheitsprüfung erdverlegter Abwasserleitungen und in demjenigen von Jürgen Klement über die Gebrauchsfähigkeitsprüfung von Gasleitungen nach DVGW-TRGI 2008. Komplettiert wurde das anspruchsvolle Programm schließlich durch die Workshops „Büroorganisation“ und „Online-Marketing“. Die gehören zwar nicht zu den Fachthemen der Branche, sind aber nicht minder entscheidend für ein erfolgreiches Geschäft.

Detaillierte theoretische Kenntnisse zu Normen und Technik, Hintergrundwissen von Experten sowie handfeste Tipps aus der Praxis – entsprechend begeistert fiel das Echo der Teilnehmer aus. Die dena-Punkte, die für viele Vorträge vergeben wurden, nahmen sie dabei gerne mit. Viele neue Ideen wurden präsentiert oder in lebhaften Diskussionen gewonnen, aber nicht zuletzt auch der Blick für Risiken geschärft. Gute Voraussetzungen also, um Innovationen auch im eigenen Betrieb umzusetzen. Auch die Begleitpersonen, die an einem ansprechenden Rahmenprogramm mit Stadtführung, Kochevent und Abendshow teilgenommen hatten, waren rundum zufrieden, so dass die Frage nach einer Fortsetzung der Reihe bei der Schlussbesprechung laut wurde. Und soviel ist sicher: Das Wöhler Innovations-Forum wird auch 2016 wieder stattfinden.

Das Video zum Wöhler Innovations-Forum 2015 finden Sie auf www.woehler.de/innovations-forum.

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