Heizung & Energie | Wärmeerzeuger | 01.02.2019

Mikro-KWK fürs Eigenheim

Brennstoffzellen-Technik schafft mehr Unabhängigkeit

Die Preise für Strom sind in den letzten Jahren in Deutschland kontinuierlich gestiegen. Eine Möglichkeit, den hohen Kosten Einhalt zu gebieten, liefert das Mikro-KWK „Bluegen“ von Hersteller Solidpower. Dieses wandelt mithilfe der innovativen Festoxid-Brennstoffzellen-Technologie (SOFC) Erdgas in Strom um. Eine Technik mit Zukunft, die auch Diplom-Ingenieur Gerhard Golkowski aus Hückelhoven bei seinem Heim zu schätzen weiß. 

  • Diplom-Ingenieur Gerhard Golkowski erzeugt mit der Brennstoffzelle „Bluegen“ seinen eigenen Strom. Quelle: Solidpower

Golkowski ist als selbstständiger Planer für Industrieanlagen tätig und begeistert von der fortschrittlichen Technik, die im „Bluegen“ arbeitet. Seit gut anderthalb Jahren ist Golkowski Besitzer des Mikro-KWKs. „Ich finde die Brennstoffzellentechnologie des ‚Bluegen‘ ausgesprochen interessant und innovativ“, erklärt Golkowski und ließ sich daher das kaum kühlschrankgroße Gerät installieren. Familie Golkowski lebt auf rund 150 m2 und verbraucht auch dank eines Swimming-Pools im Garten ca. 6.000 kWh Strom im Jahr.

Eingebaut wurde der „Bluegen“ von Guido Schaefer. Schaefer ist mit seinem Betrieb seit 2015 zertifizierter Partnerbetrieb Solidpowers (www.solidpower.com) und spezialisiert auf den Einbau des Mikro-KWK. „Der Einbau des Bluegen geht sehr leicht von der Hand: Wer eine Gas-Heizung installieren kann, hat mit dem ‚Bluegen‘ keine Probleme“, erklärt Schaefer.

Fortschrittliches Verfahren

Das stromoptimierte Mikro-KWK speist Erdgas aus dem öffentlichen Netz ein. Mithilfe der Kraft-Wärme-Kopplung und hochtechnisierter Brennstoffzellen wird dieses Gas in Strom umgewandelt. Dies geschieht mithilfe einer elektrochemischen Reaktion: Der Brennstoffzellenstapel im Gerät zerlegt konventionelles Erdgas in einem Prozess in die einzelnen Bestandteile, der im Erdgas enthaltende Wasserstoff wird zur Energiegewinnung genutzt.

Dieses Verfahren ist innovativ, umweltschonend und zugleich kostensparend. Etwa 50 % weniger CO2 werden im Vergleich zur konventionellen Stromerzeugung produziert. Zugleich lassen sich die Kosten merklich senken: Dank der kontinuierlichen Ausgangsleistung von 1,5 kWh werden im Jahr bis zu 13.000 kWh Strom produziert, um die Hälfte günstiger als der Bezug aus dem Stromnetz. Golkowski nutzt von diesem Strom 4.500 kWh selbst, der Rest wird ins öffentliche Netz eingespeist und vergütet. Für Spitzenlasten bezieht er bei Bedarf einfach Strom aus dem öffentlichen Netz. Golkowski hat das Mikro-KWK zusätzlich mit einem Pufferspeicher kombiniert, wo durch die Abwärme des „Bluegen“ täglich bis zu 200 l Warmwasser aufbereitet werden.

Stromproduktion vor Ort

Für Golkowski waren die finanziellen Einsparungen jedoch nicht das ausschlaggebende Argument für die Anschaffung: „Ich möchte unabhängig von Strompreiserhöhungen und Versorgern sein.“ Mithilfe der Mikro-KWK-Anlage produziert der Planer direkt zuhause Strom. Dennoch ist auch der wirtschaftliche Aspekt nicht zu verachten: Dank des bundesweit für private und gewerbliche Kunden verfügbaren KfW-Förderprogramms 433 amortisiert sich die Anlage zügig, bis zu 12.450 € an Fördergeldern sind bei Anschaffung möglich.

Info

Solidpower bietet das Mikro-KWK „Bluegen“ mit einem Zehn-Jahres-Vollwartungsvertrag an, inklusive aller Serviceleistungen und etwaiger Reparaturen.

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