Rotex ist jetzt Daikin

Interview mit der Daikin-Geschäftsleitung

Seit 2008 gehört die Firma Rotex bereits zur Daikin-Gruppe. Seit 1. Juli 2020 sind auch die Vertriebs-, Marketing- und Serviceleistungen beider Firmen unter dem Unternehmen Daikin Airconditioning Germany GmbH zusammengeführt. Was waren die Beweggründe hierfür? Welche Auswirkungen hat dies für die Geschäftsabläufe und die Kunden? Hierzu führte die SHK Profi-Redaktion ein Interview mit Filip De Graeve, Geschäftsführer, und Michael Spork, Vertriebsleiter Heizung, Daikin Deutschland .

SHK Profi: Die Firma Rotex gehört bereits seit 2008 zur Daikin-Gruppe. Was waren damals die Beweggründe für die Übernahme?

Filip De Graeve: Zu der Zeit hatte Daikin in Europa drei Standbeine: Klimatechnik mit Schwerpunkt Direktverdampfung, Kaltwassersätze und Gewerbekälte. Im Segment der Heizungstechnik waren wir damals kaum aktiv. Dieser Markt hat aber in Europa – und besonders in Deutschland – ein sehr großes Potential. Durch die Übernahme von Rotex, ein im Heizungsmarkt etabliertes und bestens aufgestelltes Unternehmen mit hohem Bekanntheitsgrad, eigener Forschung & Entwicklung sowie einer modernen Produktion, haben wir uns einen optimalen Markteintritt geschaffen. Mit Verbrennungstechnologie hatte sich Daikin bis dato noch gar nicht beschäftigt. Rotex hatte das erforderliche technische Know-how sowie hervorragende Kenntnisse und Zugänge über bzw. zu den SHK-Fachbetrieben. Das war eine gelungene Ergänzung für Daikin.

SHK Profi: Und welche Gründe waren für Rotex ausschlaggebend, einer Übernahme zuzustimmen? Man hätte ja auch weiter als eigenständiges Unternehmen am Markt agieren können.

Michael Spork: Rotex war damals auf Öl- und Gasfeuerungstechnik, Flächenheizung und Öllagerhaltung konzentriert. Die damalige Inhaberschaft von Rotex war Mitte der 2000er Jahre auf der Suche nach einem Lieferanten für Wärmepumpentechnologie, weil man bereits zu dieser Zeit die Notwendigkeit für den Einsatz alternativer Energien erkannt hatte. Im Rahmen dieser Suche ist man auf Daikin gestoßen. Aus diesem Kontakt ist dann später die Übernahme entstanden, da die damaligen Inhaber von Rotex mit Daikin als Inhaber deutlich bessere Voraussetzungen für die Weiterentwicklung vorhersahen.

SHK Profi: War damals schon geplant, die Marke Rotex in Daikin übergehen zu lassen?

Filip De Graeve: Das war damals nicht das Ziel, weil der Bekanntheitsgrad von Rotex im Heizungsmarkt viel höher war als der von Daikin. Die Entscheidung für die Umbenennung und die Verschmelzung der Vertriebs-, Marketing- und Serviceleistungen der Rotex Heating Systems GmbH mit denen der Daikin Airconditioning Germany GmbH fiel 2018. Zum einen lag das daran, dass sich Daikin – vor allem durch die Wärmepumpenaktivitäten – auch im SHK-Handwerk mittlerweile einen Namen gemacht hatte. Das ausgezeichnete Renommee, das Daikin im Bereich Wärmepumpen hat, konnte sich Rotex dabei zunutze machen. Aber es war auch eine Entscheidung des japanischen Mutterkonzernes, dass möglichst alle Daikin-Firmen weltweit auch unter dem Namen Daikin auftreten sollen. Das betraf auch andere Übernahmen wie z.B. McQuay.

Michael Spork: Eine kleine ­Ausnahme gibt es dabei allerdings auf der Produktseite. Die Heizöllagertanks und Regenwasserspeicher behalten das Rotex-Logo.

SHK Profi: Was bedeutet das konkret für Ihre internen Abläufe in der Gruppe und den Rotex- bzw. nun Daikin-Standort in Güglingen?

Michael Spork: Für unsere Kunden und unsere Mitarbeiter war es der erwartete Schritt, denn schließlich gehörte Rotex schon seit dem Jahr 2008 zur Daikin Gruppe. Natürlich hat es viele interne Umstrukturierungen in dieser Zeit gegeben. Für unsere Kunden sind die gewohnten Ansprechpartner geblieben. Filip De Graeve: Der Produktionsstandort Güglingen stand dabei zu keinem Zeitpunkt zur Debatte – ganz im Gegenteil. Dort wurden wichtige Investitionen getätigt, die Belegschaft wurde und wird noch weiter ausgebaut. Güglingen ist zum Kompetenzzentrum für Heiztechnik innerhalb der Daikin-Gruppe geworden, mit Forschung, Service und Produktion.

SHK Profi: Rotex hat sich u.a. mit Öl- und Gasbrennwerttechnik einen Namen gemacht. Soll diese Technik auch unter der Daikin-Flagge weiter vorangetrieben werden oder setzen Sie vor allem auf Wärmepumpen als zukunftsweisende Technik im Heizungsmarkt?

Michael Spork: Wir glauben, dass moderne Verbrennungstechnik – insbesondere die Gasbrennwerttechnik – uns noch viele Jahre im Markt begleiten wird. Nichtsdestotrotz sind wir bei uns im Haus davon überzeugt, dass die Zukunft der Heiztechnik die Einbindung erneuerbarer Energien beinhaltet. Deshalb sind unsere Aktivitäten in Forschung & Entwicklung, Vertrieb und Marketing besonders auf Wärmepumpentechnik fokussiert. Und auch das Fachhandwerk unterstützt unsere Überzeugung durch den verstärkten Einsatz dieser Technologie.

Filip De Graeve: Das liegt auch an immer ausgereifterer Technik. Ein wichtiges Beispiel in diesem Zusammenhang ist die Markteinführung der neuen „Daikin Altherma 3 H HT“, die mit Vorlauftemperaturen bis 70 °C bei -15 °C Außentemperatur und der freien Wahl zwischen Fußbodenheizung und Radiatoren die optimale Lösung für Bestandsgebäude ist. Sie eignet sich besonders für den Austausch bestehender Heizkessel. In Verbindung mit der hohen Heizleistung mit einem COP von bis zu 5 ist diese Wärmepumpe zudem in den meisten Gebäuden, ob Neubau oder Renovierung, förderfähig. Zudem ist sie besonders geräuscharm und eignet sich für dichtbesiedelte Wohngebiete und kleine Grundstücke. Auch für die Optimierung eines bestehenden Heizsystems kann die „Daikin Altherma 3 H HT“ eingesetzt werden: Sie kann auch mit jedem beliebigen System kombiniert werden, dadurch erhält der Kunde ein sehr effizientes Hybridsystem.

SHK Profi: Im Bereich Klimatechnik ist Daikin Marktführer. Welche Ziele haben Sie sich mittel- und langfristig für den Heizungsmarkt gesteckt?

Michael Spork: Wir haben auch im Heizungsmarkt sehr ambitionierte Ziele. Es wäre aber sicher vermessen, wenn wir die Marktführerschaft für den Heizungsmarkt anstreben würden. Für den Bereich der Wärmepumpen sehen wir uns auf einem guten Weg in eine führende Position.

SHK Profi: Auch wenn es nichts bzw. nur indirekt mit unserem Thema Heizungstechnik zu tun hat – an einer Frage zur Corona-Pandemie kommt man in diesen Tagen nicht vorbei. Welche Auswirkungen hatte die Pandemie bisher auf die Daikin-Gruppe und Ihre Kunden?

Filip De Graeve: Vom Beginn der Krise an war die Sicherheit der Mitarbeiter und Kunden Daikins oberstes Ziel. Das Arbeiten aus dem Home-Office wurde für unsere Belegschaft, wo immer es möglich war, umgehend ermöglicht. Reisen und der Besuch von Veranstaltungen – als Aussteller und als Besucher – wurden eingestellt. Wirtschaftlich hat die Corona-Krise auch auf die Firma Daikin Auswirkungen gehabt. Viele Projekte wurden verschoben oder ganz eingestellt, vor allem im gewerblichen Bereich. Kompensiert wurde das aber vom Privatmarkt. Hier haben sich viele Kunden Klimaanlagen installieren lassen. Dies ist eine Folge der hohen sommerlichen Temperaturen der vergangenen Jahre und wurde verstärkt von einem Wunsch nach mehr Komfort zuhause, der in Corona-Zeiten noch dringlicher wurde. Lock-down, Home-Office und Kontaktbeschränkungen haben dazu beigetragen, dass viele mehr zuhause waren. Ein Wachstum ist auch im Bereich Heizungstechnik zu verzeich­­nen.

Michael Spork: Eine große Umstellung war es natürlich für unseren Vertrieb. Die Kolleginnen und Kollegen sind es einfach gewohnt, ihren Kunden im Beratungs- oder Verkaufsgespräch persönlich zu betreuen. Dies lässt sich durch Online-Konferenzen, Erklär-Videos, Telefonate und Mails nur bedingt auffangen. Corona hat dazu geführt, dass vieles in die digitale Welt transferiert wurde – und zwar durchaus mit Erfolg. Ich denke, dass sich die Meeting-Kultur auch nach Corona weiterhin verändern wird.

SHK Profi: Herzlichen Dank für das Gespräch.

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