Zwischen Wärmepumpe und Datenanalyse

Tecalor setzt auf digitale Unterstützung für Fachbetriebe

Tecalor startet mit einem Digital-Schub ins 25. Jubiläumsjahr und setzt verstärkt auf digitale Prozesse. Ziel ist es, das SHK-Handwerk bei Planung, Vertrieb und Service effizienter zu unterstützen, ohne dabei den persönlichen Austausch aus dem Blick zu verlieren. Welche Rolle digitale Lösungen künftig spielen, wie Fachbetriebe in die Entwicklung eingebunden werden und welche Vorteile sich daraus für den Arbeitsalltag ergeben, erläutert Julian Höner, Geschäftsführer der Tecalor GmbH, im SHK Profi-Interview.

Herr Höner, Tecalor ist Teil der Stiebel Eltron-Gruppe. Welche Rolle nimmt die Marke hier ein; insbesondere im Hinblick auf Zielgruppen, Systemlösungen und Vertriebskanäle?

Tecalor ist klar positioniert: Wir konzentrieren uns auf Wärmepumpen- und Lüftungssysteme für den deutschen Markt. Der Vertrieb erfolgt konsequent zweistufig – im direkten Kontakt zum SHK-Handwerk. Unser Fokus liegt darauf, dem Fachhandwerk durchdachte Systemlösungen zu bieten – also nicht einzelne Produkte, sondern aufeinander abgestimmte Sets, die sich einfach planen und installieren lassen. Außerdem verbinden wir unsere Systemlösungen konsequent mit digitalen Produkten wie dem „Heat Guard Connect“, um bei der Steigerung der Effizienz neue Maßstäbe zu setzen.

 

Die Digitalisierung verändert die Branche rasant. Wie ist das SHK-Fachhandwerk Ihrer Meinung nach diesbezüglich aufgestellt?

Es gibt bereits viel Bewegung – aber auch noch ebenso viel Potenzial. Erfreulich ist: Gute digitale Lösungen werden im Handwerk sehr schnell angenommen, wenn sie echten Mehrwert bringen. Diesen Trend sieht man aktuell zum Beispiel bei automatisierten Telefondiensten oder digitalen Planungswerkzeugen. Auch unser Inbetriebnahmeassistent, der in unserer „Tecalor-Pro“-App verfügbar ist, ist ein solches Tool. Von der ersten Systemprüfung über diverse Einstellungen bis zur finalen Inbetriebnahme werden alle Schritte digital begleitet. Das reduziert Fehlerquellen und sorgt dafür, dass die Anlage schneller und sicherer gestartet und betrieben werden kann. Und gleichzeitig darf man bei all dem nicht vergessen: Handwerk bleibt Handwerk. Die Installation passiert am Ende eben nicht digital, sondern vor Ort beim Kunden. Ohne qualifizierte SHK-Fachkräfte geht es nicht und wird es auch künftig nicht gehen.

 

Tecalor will mit einem Digital-Schub ins 25. Jubiläumsjahr
seiner Gründung starten. Welche digitalen Lösungen bietet
Tecalor für SHK-Profis?

Wir denken Digitalisierung entlang des gesamten Projekts und auf einer Plattform: vom ersten Kundenkontakt über Planung und Angebot bis hin zur Bestellung – alles greift ineinander.
Bereits heute werden beispielsweise über 95 % unserer Produkte über den Online-Shop bestellt – und diese Bestellungen werden auch direkt dem passenden Projekt in unserer Toolbox zugeordnet. So haben unsere Partner alles Notwendige zum jeweiligen Projekt direkt gebündelt digital verfügbar. Außerdem können wir andere Dienste nahtlos an unsere Toolbox angliedern; beispielweise die „autarc“-Software für den hydraulischen Abgleich und die Heizlastberechnung. Unser Ziel dabei ist klar: Unsere Partner sollen möglichst viel selbstständig erledigen können. Zugehörige Prozesse müssen so einfach sein, dass sie ohne großen Aufwand funktionieren – schnell, übersichtlich und ohne unnötige Abstimmungen.

 

Was bedeutet das konkret für die tägliche Arbeit im SHK-
Betrieb und wo sehen Sie noch die größten Praxis-Hürden?

Der größte Effekt ist: weniger Zeit im Büro, mehr Zeit auf der Baustelle. Digitale Tools helfen dabei, Angebote schneller zu erstellen, Projekte besser zu bewerten und sich auf die Aufträge zu konzentrieren, die wirklich umgesetzt werden. Die größte Hürde dabei ist oft gar nicht die Technik an sich, sondern eingefahrene Abläufe. Wer bereit ist, Prozesse zu hinterfragen und neu zu denken, kann heute deutlich effizienter arbeiten.

 

Sie setzen stark auf Qualifizierung und Schulungen. Welche
digitalen Kompetenzen werden für SHK-Betriebe künftig
besonders wichtig?

Die gute Nachricht ist: Digitale Kompetenzen sind in der Branche längst vorhanden. Jeder nutzt im Alltag Smartphone, Apps und Online-Dienste. Unsere Tools sind dementsprechend so aufgebaut, dass sie intuitiv funktionieren. In der Regel reicht eine kurze Einführung. Danach kommen die meisten Anwender schnell zurecht. Das komplexe System im Hintergrund müssen wir liefern und optimieren – das sehen wir klar als unsere Aufgabe und letztendlich auch Dienstleistung gegenüber unseren Partnern. Unsere Schulungen konzentrieren sich deshalb stärker auf die Fähigkeiten, die im Handwerk den Unterschied machen: Wärmepumpen- und Lüftungs-Know-how. Also Planung, Installation und praktische Tipps für den Alltag.

 

Sie betonen, dass das Handwerk zentraler Ansprechpartner bleibt. Wie verändert sich die Rolle des Installateurs durch die zunehmende Digitalisierung dennoch?

Die Erwartungen der Kunden verändern sich. Sie wollen mehr Transparenz und digitale Services. Laut unserem Trend-Index sagen beispielsweise 74 % der Kunden, dass ihnen eine digitale Überwachung der Wärmepumpe durch den Fachbetrieb wichtig ist. Das bedeutet: Der Installateur wird nicht ersetzt, aber seine Rolle erweitert sich. Neben Installation und Wartung geht es zunehmend auch um digitale Betreuung und Serviceangebote wie unser „Heat Guard Connect“, das kontinuierlich Betriebsdaten der Anlage analysiert und Auffälligkeiten erkennt, bevor sie zur Störung führen. Wenn unser Tool beispielsweise feststellt, dass der Wasserdruck täglich um etwa 0,05 bar sinkt, kann es berechnen, wann der kritische Mindestdruck erreicht wird – zum Beispiel in 12 Tagen, 10 Stunden und 15 Minuten. Lange bevor das passiert und eine Fehlermeldung entsteht, erhält der Fachhandwerker diese Info und kann reagieren. Probleme werden so im Idealfall gelöst, bevor der Endkunde überhaupt etwas bemerkt.

 

Wärmepumpen werden von Fachbetrieben gerne online
geordert. Was macht das Bestellen in Online-Shops für SHK-Profis so attraktiv?

Es ist im Grunde ganz einfach: Es funktioniert wie im privaten Alltag. Der Shop ist 24/7 verfügbar, Bestellungen lassen sich schnell und ohne Rückfragen auslösen und alles ist direkt im System hinterlegt. Das spart Zeit und reduziert Abstimmungsaufwand.

Die Plattform „Heat Guard Connect“ ermöglicht eine vorausschauende Wartung. Wie verändert diese Form der Daten-
analyse den Service und die Kundenbindung im Handwerk?

Das verändert den Service grundlegend. Satt nur zu reagieren können Handwerker Vorausschauen. Wer seinen Kunden „Heat Guard Connect“ verkauft, sichert sich außerdem durch diesen
digitalen Zugriff auch dauerhaft Wartungs- und Serviceaufträge –
sozusagen ein Kundenbindungsprogramm wie frühere
Wartungsverträge es auch darstellen.

Das Interview führte Manja Dietz / Redaktion SHK Profi

Neues Wärmepumpenset mit digital

geführter Inbetriebnahme

Tecalor erweitert sein Portfolio um ein Wärmepumpenset aus der Luft-Wasser-Wärmepumpe
„TTL comfort“ und dem „TSBC“-Speichermodul. Im Fokus steht dabei eine möglichst einfache
und effiziente Installation für SHK-Fachbetriebe. Ergänzt wird das System durch den
Inbetriebnahmeassistenten der neuen „Tecalor-Pro“-App, der Installateure digital durch den gesamten Inbetriebnahmeprozess begleitet. Die App führt Schritt für Schritt von der ersten
Systemprüfung über notwendige Einstellungen bis zur finalen Inbetriebnahme der Anlage. Dadurch sollen Fehlerquellen reduziert und der Start der Wärmepumpe beschleunigt werden. Gleichzeitig erhalten Fachhandwerker eine strukturierte Unterstützung direkt auf der Baustelle. Die „TTL“-Serie ist in Leistungsgrößen von
5 bis 17 kW erhältlich und arbeitet mit dem natürlichen Kältemittel R290. Einheitliche Grundflächen, identische Anschlusskonzepte und abgestimmte Komponenten
sollen Planung und Montage zusätzlich vereinfachen. Das „TSBC“-Speichermodul ist in verschiedenen Varianten
verfügbar und ergänzt das System zu einer abgestimmten Komplettlösung.

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