Aus einem Guss
Wärmepumpenkaskade für den Hallenneubau
Das Familienunternehmen MeierGuss aus dem westfälischen Rahden steht für Gießereiprodukte „Made in Germany“. Am Standort Betonwerk Rahden-Varl wurde von 2022 bis 2024 eine neue Fertigungs- und Maschinenhalle errichtet, welche mit zeitgemäßer Wärmepumpentechnik ausgestattet ist.
„Aus einem Guss“ – unter diesem Motto hat sich das Unternehmen MeierGuss seit der Gründung im Jahr 1956 stets erfolgreich weiterentwickelt. Es gehört seit Jahrzehnten mit seinen rund 400 Mitarbeitern zu den Marktführern – insbesondere im Bereich der Entwässerungstechnik und Baumschutzsysteme. Der Leitspruch „Aus einem Guss“ kann auch für das neue Gebäude gelten, das der Hersteller errichten ließ. Ziel war die Optimierung interner Abläufe im Warenfluss sowie der Produktion. Für den Neubau mit Abmessungen von 30 x 80 m galt der KfW-40 Standard. Das Bauwerk beinhaltet neben einer Produktionshalle ein Hochregallager sowie zahlreiche Verwaltungs- und Sozialräume auf zwei Etagen. Die Normheizlast wurde nach DIN EN 12831 mit 114 kW ermittelt. Die Wärmeverteilung erfolgt ausschließlich über die Fußbodenflächen.
Kaskade in Monoblock-Bauweise
Um den firmeneigenen Neubau zuverlässig mit Wärme zu versorgen, entschieden sich die Verantwortlichen für vier Luft/Wasser-Wärmepumpen aus dem Hause Remko. Die Module vom Typ „SQW 400“ mit jeweils 40 kW (A7W35) wurden zu diesem Zweck zu einer Kaskade verbunden. Dazu liefert der Hersteller Rohrverbindungssets, um die Anschlüsse rasch und sicher zu montieren. Die Regelung von Remko besitzt einen integrierten Kaskadenmanager, der die Einheiten miteinander kommunizieren lässt, um stets den optimalen Betriebszustand zu gewährleisten. Zudem ermöglicht es diese Bauweise, die Leistung vierstufig zwischen 40 und 160 kW zu schalten. Daher kann entsprechend flexibel auf die Wärmeanforderung des Produktionsbetriebs reagiert werden. Darüber hinaus stellt der modulare Aufbau der Energiezentrale eine hohe Betriebssicherheit des Heizungssystems sicher. Sollte bei einer Wärmepumpe eine Störung auftreten, können die weiteren Geräte den Heizbetrieb problemlos aufrechterhalten.
Die „SQW“ ist als sogenannter Monoblock konstruiert, der bis zu einer Außentemperatur von -25 °C effizient arbeitet. Die Technik befindet sich komplett im Gehäuse, eine Kopplung von mehreren Wärmepumpen erfolgt mit den entsprechenden Anschlusssets aus dem Remko-Programm. Die Energieeffizienzklasse A++ erreicht sie bei einer Vorlauftemperatur von 35 °C. Gemäß
EN 14511 liegt der COP (A7/W35 Teillast) bei etwa 4,8. Ihrem Namen entsprechend sind die Energiezentralen modular aufgebaut; je nach Leistungsbedarf können bis zu 10 „SQW“-Wärmepumpen als Kaskade eingesetzt werden. Damit steht ein Leistungsbereich von 40 bis 400 kW zur Verfügung.
Details zur Aufstellung
Bei MeierGuss wurde die Vierer-Kaskade direkt neben dem neuen Gebäudeteil platziert, um möglichst kurze Anschlusswege zu realisieren. Bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang die Edelstahl-Auffangwannen, die unter jeder Wärmepumpe montiert wurden. Sie stellen sicher, dass eventuell auslaufende Schadstoffe (Maschinenöl o. Ä.) nicht ins Erdreich gelangen können. Das hier eingesetzte Rückhaltesystem schützt im Leckagefall effektiv und lässt trotzdem – dank spezieller Sensortechnik – anfallendes Niederschlagswasser abfließen. Zudem wurden die Monoblock-Wärmepumpen gegenüber dem Fundament doppelt schallentkoppelt. Die Wärmeabgabe erfolgt im Gebäude über einen 2.000 l fassenden Pufferspeicher, der vier Heizkreise sowie einen Warmwasserspeicher mit 300 l Volumen bedient. Die Wärmeverteilung wird im gesamten Gebäudekomplex über Flächenheizungen realisiert. Das bewirkt nicht nur eine gleichmäßige Temperaturverteilung, die niedrigen Systemtemperaturen erhöhen auch die Effizienz der Wärmepumpenkaskade.
Einbindung von PV-Strom
Die Verbindung zwischen den Wechselrichtern der hauseigenen Photovoltaik-Anlage (180 kWpeak) und der Wärmepumpensteuerung „Remko Smart Com“ kann über eine KNX-Schnittstelle umgesetzt werden. Sollte die Photovoltaik-Anlage also ausreichend Energie zur Verfügung stellen, ließen sich Puffer- und Trinkwasserspeicher bewusst „überhitzen“. Dann würde der elektrische Strom nicht ins Netz eingespeist werden. Die Eigennutzung des PV-Stroms brächte schließlich deutliche Kostenvorteile für den Betreiber mit sich. Stand jetzt wurde dies noch nicht umgesetzt, ist jedoch in Planung.
Auch aus diesem Grund lobt Betriebsleiter Uwe Spengemann von MeierGuss den effizienten Betrieb der Kaskade: „In Verbindung mit unserer Photovoltaik-Anlage sind wir in der Produktion zwar noch nicht CO2-neutral, aber wir sind auf einem guten Weg zu diesem Ziel.“
Fazit
Die Fertigungs- und Maschinenhalle von MeierGuss wird mithilfe der Wärmepumpen-Kaskade auf energetisch optimierte Weise versorgt. Remko unterstützte das Vorhaben bereits in der Planungsphase mit seinem Fachservice, den auch Projektleiter Phillipp Büttemeyer vom Heizungsfachbetrieb Friedrich Blase in der praktischen Umsetzung kennen gelernt hat. Er stellt fest: „Wenn die Zusammenarbeit so gut passt wie hier, stimmt anschließend auch das Ergebnis.“
