Effizienter durch den Winter

Fünf Tipps rund um den hydraulischen Abgleich

Energie- und Heizkosten sparen ist in diesem Winter mehr denn je angesagt. Eine intelligente Maßnahme, um die Effizienz der bestehenden Heizung um bis zu 15 % zu erhöhen, ist der hydraulische Abgleich des ­Systems. Zugegeben: Die Durchführung ist auch für manchen SHK-Profi eine Herausforderung, insbesondere bei Bestandsbauten. Aber die effizienzsteigernde Maßnahme ist auch kein Buch mit sieben Siegeln. Nachfolgend fünf Tipps rund um den hydraulischen Abgleich, die in der Praxis helfen können.

Wann ist ein hydraulischer Abgleich sinnvoll?

Ein Heizkörper wird nur lauwarm, der andere glüht – ein sicheres Anzeichen dafür, dass das System nicht korrekt hydraulisch abgeglichen ist. Weitere Hinweise sind Geräusche: Sobald es in den Rohren oder im Heizkörper rauscht, gluckert oder pfeift, ist ein hydraulischer Abgleich sinnvoll. An dieser Stelle sollten Installateure ihre Kunden entsprechend beraten und die Maßnahme empfehlen, zumal die Kosten in Höhe von rund 650 bis 1.250 € (Einfamilienhaus) für den Verbraucher bei den aktuell hohen Energie-Preisen verhältnismäßig schnell wieder „reingeholt“ werden können. Ebenso können Verbraucher sich den hydraulischen Abgleich vom Staat bezuschussen lassen, denn dieser ist im Rahmen einer Heizungsoptimierung förderfähig. Auf der Website von co2online (www.co2online.de) finden Verbraucher mit wenigen Klicks heraus, welche und wie viel Fördermittel Sie aktuell erhalten können. Sinnvoll kann ein hydraulischer Abgleich grundsätzlich bei allen Gebäuden sein – unabhängig vom Baujahr.

Was tun bei Anlagen im Bestand?

Wie eingangs erwähnt, ist der hydraulische Abgleich insbesondere bei Anlagen im Bestand oftmals eine Herausforderung für Installateure. Wenn alle Pläne und Daten zum jeweiligen Heizsystem vorliegen, ist der Abgleich relativ unkompliziert. Doch gerade in Bestandsgebäuden, in denen die Maßnahme besonders große Einsparungen ermöglicht, fehlen diese Daten häufig. Aber auch hier gelingt der hydraulische Abgleich, wenn SHK-Profis systematisch vorgehen. Zunächst müssen dafür die jeweiligen Nennvolumenströme der Anlage und der einzelnen Leitungsabschnitte bekannt sein. Diese lassen sich auf der Basis einer Heizlastberechnung (DIN EN 12831) bestimmen. Der Nennwärmebedarf der einzelnen Räume wird wiederum der genauen Wärmebedarfsberechnung entnommen. Stehen diese Daten nicht zur Verfügung, lassen sich die vorhandenen Heizflächen beispielsweise mit den Berechnungsformularen von Taconova ermitteln, diese können unter www.taconova.com heruntergeladen werden. Die benötigten Volumenströme berechnen sich anhand der Temperaturdifferenz, dem ermittelten spezifischen Wärmebedarf und der spezifischen Wärmekapazität des Trägermediums. In weiteren Schritten werden – wenn nötig – die Ventile an den Heizkörpern ausgetauscht und auf die berechneten Wassermengen eingestellt. Zudem wird die Heizungspumpe auf den richtigen Druck und die Heizkurve optimal eingestellt. Letzteres geschieht bei der „­TacoFlow2 ADAPT“-Umwälzpumpe von Taconova mit „activeADAPT“-Funktion effizient und einfach, denn sie passt die Pumpenleistung automatisch an die spezifischen Anforderungen des Systems an. Bei der „TacoFlow2 eLink“ besteht zusätzlich zu den „activeADAPT“-Funktionen die Möglichkeit, die Pumpeneinstellungen drahtlos über Smart-Geräte (Smartphone oder Tablet) vorzunehmen. Dadurch sind zusätzliche, noch feinere Einstellungen möglich und die gewählten Einstellungen können gespeichert und protokolliert werden.

Durchfluss genau einregulieren

Um den hydraulischen Abgleich schnell und sicher durchzuführen, bieten Strangregulierventile wie der „TacoSetter Inline 130“ dem Fachhandwerker eine flexibel einsetzbare Lösung. So lässt sich mit dem Bauteil der Durchfluss in verschiedensten Systemen direkt und genau einregulieren, anzeigen und absperren. Jeder Fachmann kann damit sofort vor Ort die erforderlichen Wassermengen in Heizungs-, Geothermie-, Lüftungs-, Klima- und Sanitäranlagen exakt und bequem einstellen, ohne vorab in Schulungen und teure Messgeräte zu investieren. Das Ventil kann in waagerechter, schräger sowie senkrechter Lage eingebaut werden. Nur der Pfeil für die Durchflussrichtung des Mediums muss beachtet werden. Das Sichtglas mit der aufgedruckten Anzeigeskala für die Durchflussmengenkontrolle besteht bei allen Versionen aus speziellem Material, was die Temperaturbeständigkeit des Abgleichventils auf 130 °C erhöht. Zudem ist das Sichtglas dadurch weniger anfällig für Schmutzablagerungen und weist eine höhere chemische Beständigkeit auf.

Hydraulischer Abgleich von Fußbodenheizungen – was ist zu beachten?

Auch Fußbodenheizungen und andere Flächen­heizungen können und sollten hydraulisch abgeglichen werden. Bei Fußbodenheizungen müssen Verbraucher aufgrund des Mehraufwands bei der Datenaufnahme allerdings häufig mit etwas höheren Kosten rechnen. Generell ist das Sparpotenzial bei Fußbodenheizungen etwas niedriger, aber allein aufgrund des Komfortgewinns durch eine gleichmäßig heizende Fußbodenheizung lohnt sich ein hydraulischer Abgleich auch in diesem Fall. Zunächst gilt es auch hier, die entsprechende Heizlast zu ermitteln und die weiteren Schritte durchzuführen. Im Bereich der Flächenheizung bedarf es neben der Hauptverteilung im Keller oder Technikraum, bei der die Hauptvolumenströme im Rahmen des hydraulischen Abgleichs auf die Gebäudeteile verteilt werden, auf Stockwerkebene zusätzlich einer Feinverteilung durch zuverlässige Flächen­heizungsverteiler. In diesem Einsatzbereich begründet das Stellantriebsventil „TacoDrive“ eine neue Produktkategorie. Es ist zur Regulierung des Volumenstroms in Verbindung mit einem Raumthermostat konzipiert und wird im Rücklauf des Heizkreisverteilers eingebaut. Das hat nicht nur einen Vorteil bei der Montage, auch die Raumzonenzuordnung lässt sich bei Bedarf schnell korrigieren. Weiterer Pluspunkt: Die Zusammenführung von Stellantrieb und Ventil in einer Baugruppe stellt die passende Adaption von Verteilerventil und -antrieb sicher. Mit dem „TopMeter Plus“-Abgleichventil lassen sich im Rahmen des hydraulischen Abgleichs wiederum Wassermengen in Heiz- und Kühlkreisen exakt und bequem einstellen. Mit dem intelligenten Abgleichventil kostet die Einregulierung direkt am Verteilerbalken den Heizungsfachmann nur einen gewohnten Handgriff. Die Variante „TopMeter Plus“ verfügt über alle bisherigen Funktionen und punktet besonders mit einem Feature: Hier können vorgenommene Einstellungen gesichert werden.

Lieber im Sommer oder im Winter abgleichen?

Grundsätzlich kann der hydraulische Abgleich ganzjährig durchgeführt werden. Wenn er in der kalten Jahreszeit vorgenommen wird, kann anhand der optimierten Heizleistung der gewünschte Erfolg gleich spürbar wahrgenommen werden. Einige Verbraucher denken, dass für einen hydraulischen Abgleich die Heizanlage abgeschaltet und das Heizwasser abgelassen werden muss. Das ist jedoch längst nicht immer nötig. Wenn die richtigen Komponenten vorhanden sind, muss nichts eingebaut und deswegen auch nichts abgestellt werden.

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