Mit Vorfertigung gut gerüstet

Das Potenzial der Vorwandtechnik effizient nutzen

Zeitdruck in der Planung, Montage und Logistik bis hin zur Koordination mit anderen Gewerken stellen hohe Anforderungen an den Installateur. Der Fachkräftemangel ist eine zusätzliche Herausforderung. Der Sanitärfachbetrieb muss daher beim Einsatz der Ressourcen umso stärker auf Effizienz achten und für reibungslosen Bauablauf sorgen.  

Aus der Werkstatt
auf die Baustelle: Vorgefertigte Sanitärwände sorgen für einen zügigen Baufortschritt bei Neubau und Sanierung.
Quelle: Tece

Aus der Werkstatt
auf die Baustelle: Vorgefertigte Sanitärwände sorgen für einen zügigen Baufortschritt bei Neubau und Sanierung.
Quelle: Tece
Damit der Bauablauf reibungslos von statten geht, müssen Fehlerquellen und überflüssigen Wegen auf der Baustelle vermieden werden. Doch in der Praxis ist häufig nicht alles, was im konkreten Arbeitsschritt gebraucht wird, am Montageort. Manchmal fehlt auf der Baustelle schlichtweg das passende Material oder Werkzeug, weil es vergessen wurde. Das kostet wertvolle Zeit und behindert den Arbeitsablauf - auch nachfolgender Gewerke. Zudem herrscht vor Ort häufig Platzmangel, was das Sortieren und Auspacken von Kartons, vor allem das Sägen und Zuschneiden von Material, erheblich erschwert. Mehrfache Wege zwischen Werkstatt / Lager und der Baustelle treiben die Kosten unnötig in die Höhe. Oder anders gesagt: die Arbeitsproduktivität leidet.  

Die Arbeitsproduktivität, sprich: die Wertschöpfung pro Beschäftigten, hat sich nach einer Auswertung des Hauptverbands der Deutschen Bauindustrie in den letzten Jahren deutlich unterdurchschnittlich entwickelt. Von Zeitraum 1991 bis 2020 stieg sie im Baugewerbe um 6,1 %, verglichen mit einem Plus von 79 % im verarbeitenden Gewerbe. Eine Ursache sehen Fachleute in der mangelnden Effizienz auf der Baustelle. „Bei konventioneller Montage vergehen zwischen der Ankunft auf der Baustelle bis zum ersten Handschlag schnell mal 30 Minuten, zum Feierabend fällt noch einmal ähnlich viel Aufwand an“, beschreibt Jürgen Vossenberg von Sanitärtechnikspezialisten Tece das Problem. „In der Regel liegt das Material nicht direkt am Montageort, und die Monteure müssen für den Zuschnitt häufig ihren Arbeitsplatz verlassen oder nach draußen verlagern. Selbst wenn alles vor Ort ist, verbringen die Monteure bei der Anzahl der Bauteile und Kartons viel Zeit mit der Suche und Organisation. Heute muss man da neue Wege gehen. Und die Lösung dafür ist die Vorfertigung.“

Modulbauweise als Turbo am Bau

Kurze Wege, einfachere Materialbevorratung und bessere Montagebedingungen sprechen für eine Vorfertigung in der eigenen Werkstatt.
Quelle: Tece

Kurze Wege, einfachere Materialbevorratung und bessere Montagebedingungen sprechen für eine Vorfertigung in der eigenen Werkstatt.
Quelle: Tece
Die Vorfertigung der Sanitärwände in der Werkstatt vereinfacht den Ablauf erheblich und vermeidet Fehlerquellen. Das sorgt für mehr Produktivität, sichert die Qualität und macht sich nicht zuletzt auf der Kostenseite positiv bemerkbar. Für den ­Sanitärbetrieb gibt es im Prinzip zwei Optionen: zum einen die Montage der Vorwände in der eigenen Werkstatt und zum anderen die Planung für die industrielle Vorfertigung. Die solide Planung und sichere Montage im eigenen Betrieb vermeidet viele Fehlerquellen und wirkt sich bereits bei kleineren Stückzahlen positiv aus. Die zweite Variante herstellerseitig vorgefertigter und an die Baustelle gelieferter Sanitärwände und -schächte kommt vor allem bei größeren Projekten zum Zuge.

Für diese Variante entschied sich die Firma Ohlsen bei der Sanierung eines Hotels mit 45 Sanitäreinheiten auf der Insel Borkum in einem engen Zeitfenster in 2021/22. „Als der Bauherr mit seinem Anliegen auf mich zukam, war mir klar: In konventioneller Weise ist das nicht zu schaffen. Das Einzige, das ich mir vorstellen konnte, war die Modulbauweise. Auch die Umsetzung der Brandschutzmaßnahmen wäre in konventioneller Bauweise ausgeufert“, so Daniel Ohlsen. Der SHK-Meister schätzt das Einsparvolumen beim Arbeitskräfteeinsatz auf 30 %.

Gute Planung ist eine Voraussetzung, um von der größeren Effizienz bei vorgefertigten Sanitärwänden zu profitieren. Egal, ob diese komplett vom Hersteller kommen oder in der eigenen Werkstatt montiert werden. Die Planung am Computer mit einem geeigneten, idealerweise vom Hersteller stammenden Programm hat starke Argumente: Das Projekt kann am Bildschirm jederzeit und ortsunabhängig eingesehen und bearbeitet werden. Bei der Verwendung eines Online-Tools, wie es beispielsweise Tece für die Vorwände der Serie „TECEProfil“ anbietet. Mit zehn Minuten Arbeit auf dem PC oder Tablet kommt der Installateur zu Vorwandkonstruktionen, Ausschreibungen, Angeboten, Detail-Listen und einer genauen Kalkulation inklusive Montagezeiten und Lohnkosten. Das Projekt bleibt vom Konzept bis zur verfliesungsfähigen Oberfläche in der Hand des Installateurs.

Online-Planung für knifflige Aufgaben

Ob freistehende Wände, Dachschrägen, Einbaunischen oder beidseitig genutzte Wände: „TECEsmartwall“ gibt kreativen Ideen Raum. Auch die Planung und Realisierung eines barrierefreien Bades ist schnell umsetzbar.
Quelle: Tece

Ob freistehende Wände, Dachschrägen, Einbaunischen oder beidseitig genutzte Wände: „TECEsmartwall“ gibt kreativen Ideen Raum. Auch die Planung und Realisierung eines barrierefreien Bades ist schnell umsetzbar.
Quelle: Tece
Egal, ob Standardbäder oder Sanitärräume mit komplizierten Abmessungen, besonderen Anforderungen wie Stützklappgriffe oder Komfortwünschen wie Dusch-WCs: Für praktisch alle Bauaufgaben findet sich am Computer mit Online-Zugriff auf die Planungssoftware des Sanitärherstellers zügig eine Lösung, die sich in die Gesamtplanung einfügt. Auch Sanitärwände als Raumteiler lassen sich am Bildschirm problemlos planen. Zum Beispiel als Sanitärwand mit beidseitiger Nutzung: hier die Dusche, dort das WC. Die Konfiguration am PC stellt sicher, dass für die Vormontage alles komplett ist. Das hilft bei der Nutzung der ohnehin häufig knapp bemessenen Zeit auf der Baustelle.

Einfache und intuitive Schritte in der Praxis

Im Detail funktioniert das Arbeiten mit einem Konfigurator und die Vorfertigung so:

– Der Monteur nimmt vor Ort die Maße auf. Dabei kommt es nicht genau auf den Zentimeter an. Mit der Beplankung können später kleinere Toleranzen ausgeglichen werden.

– Mit dem Online-Tool, z.B. „TECEsmartwall“ (www.smartwall.tece.de), setzt er dann wie mit einem Baukasten die Vorwand zusammen. Änderungen sind ganz einfach, Zwischenschritte oder verschiedene Lösungsansätze lassen sich speichern. Statik und Schallschutz werden systematisch berücksichtigt.

– Sofort kann man eine komplette Materialliste erstellen, mit Mengen- und Längenangaben, den Abmessungen der einzelnen Profilrohre und einem Bauplan.

– Danach können die Profilrohre passend für die Baustelle zugeschnitten werden. Noch einfacher ist die Vorfertigung der gesamten Vorwand, inklusive der Sanitärmodule und einer Teilverrohrung, in der Werkstatt.

– Auf der Baustelle werden die vorgefertigten Sanitärwände dann nur noch in das jeweilige Bad getragen, ausgerichtet und am Baukörper fixiert, fertig!

Wichtig ist die Differenzierung: Der Konfigurator ist ein Tool für den Fachhandwerker und wurde speziell für die einfache Kalkulation und die mögliche, eigene Vorfertigung konzipiert. Die industrielle Vorfertigung bei Großprojekten hingegen stammt aus der TGA-Fachplanung. Hier werden die Sanitärwände direkt aus der Fabrik auf die Baustelle geliefert.

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