Das hängt zunächst einmal vom Gebäudetyp ab. Schaue ich mir einen Neubau an, für den ich ein Heizsystem plane, wären Öl und Gas allein nicht meine bevorzugte Wahl. Schaue ich mir aber ein Bestandsgebäude an, das verschiedene Parameter erfüllen muss, sieht das wieder anders aus. Das kann beispielsweise am Wärmeübertragungssystem liegen, das eine sehr hohe Vorlauftemperatur benötigt. Die Frage muss sein: „Welche Technik passt zu den Anforderungen?“. Schaue ich ein Mehrfamilienhaus an, in dem ich Stoßzeiten mit hohem Warmwasserbedarf habe, ist eine Wärmepumpe mit großem Speicher möglicherweise nicht die optimale Wahl. Da kann ein Gas- oder Ölkessel die deutlich bessere alternative sein, um Spitzenlasten abzudecken.  

Die Öl und Gaspreise werden nicht wieder auf ein Niveau kommen, dass sich der Mittelstand leisten kann.

Die Preise bei Öl und Gas hängen immer davon ab, wie wird der Energieträger zurzeit gehändelt. Durch Panikmache und Prophezeiungen, dass das Gas nicht reicht, um über den Winter zu kommen, wurden die Preise künstlich in die Höhe getrieben. Derzeit liest man schon, dass die Flüssiggastanker keine Abnehmer haben, weil sie darauf waren, dass der Preis weiter nach oben geht. Glücklicherweise funktioniert der Gasmarkt genau wie jeder andere Markt. Der Preis wird gebildet durch Angebot und Nachfrage. Darum wird genau dieses Verhalten dazu führen, dass die Preise wieder fallen. Ob man dabei auf Vorkrisenzeiten-Preise kommt, wird sich zeigen. Da sollten wir uns aber auch fragen, ob wir das überhaupt wollen. Umweltpolitisch wäre das eine Katastrophe. Natürlich möchte der Endverbraucher einen gewissen niedrigen Preis. Trotzdem sollte man sich überlegen, ob es Sinn macht, Energie wieder so zu vergünstigen, dass keiner über die dafür notwendigen Ressourcen nachdenkt. Die Lösung wird irgendwo dazwischen liegen.

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