Fünf Varianten der Vorfertigung

Lösungen für verschiedene Anwendungen

Unkomplizierte Montage, schnellere Arbeitsabläufe und durch optimierte Kosten-strukturen höhere Wirtschaftlichkeit: Die Vorfertigung vereint viele Vorteile und ist unter allen Gesichtspunkten eine gute Option, wenn Installationswände und -schächte baugleich in größerer Stückzahl angefertigt werden sollen. Je nach Anforderung oder Ausschreibung kann unter mehreren Varianten für vorgefertigte Installationssysteme im Trockenbau ausgewählt werden. Ob im Neubau oder in der Modernisierung von Wohnblocks: Speziell im bewohnten Zustand führt kein Weg an der industriellen Vorfertigung vorbei. Geberit bietet verschiedene Möglichkeiten, den Bauablauf dahingehend zu optimieren.

In der Sanierung/Modernisierung und im Neubau von großen Wohngebäuden sind der exakt durchgetaktete Bauablauf und ein möglichst hoher Grad an Vorfertigung wichtige Bausteine für eine reibungslose und fristgerechte Baumaßnahme. Grundsätzlich gilt: Wichtig ist die Anzahl der baugleichen Sanitärräume. Je mehr, umso wirtschaftlicher wird die industrielle Vorfertigung, auch im Neubau. Schon ab fünf bis sechs identischen Grundrissen lohnt sich dieses Konzept.

Variante 1: „GIS“ mit handwerklicher Vorfertigung

Mit handwerklich vorgefertigten „GIS“-Wänden von Geberit kann der ausführende SHK-Betrieb den Baustellenprozess beschleunigen und die Wirtschaftlichkeit deutlich erhöhen. Ein typisches Beispiel für deren Einsatz: ein Wohngebäude mit vier Wohnungen, alle Badezimmer und Gäste-WCs haben identische Grundrisse. In diesem Fall macht handwerkliche Vorfertigung durchaus Sinn. Je nach Größe und Ausstattung kann die Vorfertigung des Installationssystems in verschiedenen ­Ausbaustufen – komplett mit Tragsystem, Verrohrung und Monta­geelementen oder in anderen Ausprägungen – in der Werkstatt oder an einem zentralen Ort auf der Baustelle erfolgen. Kleine Abweichungen auf der Baustelle können immer noch durch anpassungsfähige Befestigungstechnik ausgeglichen werden. Es stehen sogar spezielle Zubehörteile für diese Technik zur Verfügung. Für die handwerkliche Vorfertigung sprechen ein kontinuierlicher Bauablauf, sprich unkomplizierte und schnelle Montage, weniger Verschnitt auf der Baustelle, weniger Lärm und Schmutz, insbesondere bei bewohnter Sanierung, und ein effektiver Personaleinsatz. Zeitintensive „Versorgungsfahrten“ auf die Baustelle entfallen. In Summe ermöglicht die handwerkliche Vorfertigung von Sanitärwänden auch kleineren Betrieben die Möglichkeit, sich an größeren Projekten zu beteiligen.

Variante 2: Industrielle Vorfertigung – Ausschubmodule

Die neuen Geberit Ausschubmodule eignen sich für die schnelle und einfache Erstellung von raumhohen Installationsvorwänden und -trennwänden im Objektgeschäft. Sie sind in zwei Bauhöhen erhältlich für eine Raumhöhe von 260 bis 280 cm und eine Raumhöhe von 280 bis 300 cm. Sie ermöglichen einen Fußbodenaufbau bis zu 30 cm. Das Sortiment umfasst die wesentlichen Ausschubmodule für das Wand-WC mit und ohne Befestigungsmöglichkeiten für die Raumentlüftung, für Waschtische sowie Badewanne oder Dusche. Für barrierefreie Anforderungen sind Ausschubmodule mit verschiedenen Montageplatten für Stütz- und Haltegriffe vorgerüstet.

Schnelle und einfache Installation: Die Geberit Ausschubmodule sind selbsttragende, raumhohe Montagerahmen zum passgenauen Einbau in Trockenbauwände mit UW 50 Profil. Eine Aussteifung und Anbindung zur rückwärtigen Wand ist nicht erforderlich, was sich positiv auf den Schallschutz auswirkt. Bei der Montage werden die Ausschubmodule in das Bodenprofil des Trockenbauers eingesetzt, die ausfahrbaren Deckenbefestigungen in das Deckenprofil eingeschoben und mit dem Baukörper verschraubt. Somit trägt diese Technik nicht nur zu einer einfachen Montage, sondern auch zu einem schnellen Baufortschritt bei. Zudem bietet sie genügend Flexibilität, um Anpassungen an die Bausituation in der Höhe und Anordnung der Sanitärausstattungsgegenstände vor Ort vorzunehmen. Ein großes Plus ist die kurze Lieferzeit von nur fünf bis zehn Werktagen. Nach der Montage in der Trockenbauwand werden die Ausschubmodule an die Verrohrung angeschlossen.

Variante 3: Industrielle Vorfertigung mit „GIS“: Tragsystem inklusive aller Montageelemente – ohne Verrohrung

Diese Ausbaustufe ist eine Option, wenn der SHK-Betrieb in der Installationstechnik auf Geberit setzt, die Verrohrung aber auf der Baustelle vornehmen will. Das Tragsystem wird gemäß der exakten Planung durch die Geberit Außendienstmitarbeiter und der anschließenden Fertigungsfreigabe durch den Installateur just-in-time auf die Baustelle geliefert. Das Aufmaß durch Techniker von Geberit gehört zum Leistungsumfang.

Variante 4: Industrielle Vorfertigung mit „GIS“: Tragsystem inklusive aller Montageelemente – Teilverrohrung

Ähnliche Ausprägung wie Variante 3. Je nach Kundenwunsch oder Ausschreibung kommen die vorgefertigten „GIS“-Installationswände auf die Baustelle. Bei der Ausstattung von Rohrleitungen gibt es viele Möglichkeiten, beispielsweise mit allen Versorgungsleitungen aber ohne Abwasserleitungen und umgekehrt. Oder nur die stockwerksübergreifenden Leitungen ohne Anschlussleitungen und umgekehrt. Vorgefertigt wird die spezifizierte Lösung. Das Aufmaß durch Techniker von Geberit gehört zum Leistungsumfang.

Variante 5: Industrielle Vorfertigung mit „GIS“: Tragsystem, inklusive aller Montageelemente und aller Rohrleitungen = komplett industriell vorgefertigtes System

Die Lösung für größere Bauprojekte wie zum Beispiel Geschosswohnungsbau, Krankenhäuser, Hochhäuser und Hotels. Also dort, wo Einzellösungen nicht mehr wirtschaftlich sind, spielt „GIS“ als komplett vorgefertigte Installationswand seine Vorteile aus. Geringe Kapitalbindung, kurze Bauzeiten und zertifizierte Systemqualität geben dem Installateur Sicherheit und machen den Erfolg planbar. Alle gesetzlichen Vorgaben, Normen und Regeln der Technik werden erfüllt. Das Aufmaß durch Techniker von Geberit gehört zum Leistungsumfang.

Lösungen für den vorbeugenden Brandschutz

Bei allen Vorfertigungsvarianten stehen zwei Möglichkeiten gemäß Muster-Leitungsanlagen-Richtlinie (MLAR) für den vorbeugenden Brandschutz zur Verfügung:

Möglichkeit a): Klassifizierte Rohrabschottungen R 30 - R 90 (gemäß abP/abZ)

Möglichkeit a) gibt es mit folgenden Ergänzungen: Mit bauseitiger Montage der Rohrschotts (AW), der Deckenschotts (Lüftung) und des Deckenverschluss-Systems (inklusive Deckenverguss). Streckenisolierungen (TW und HZ) können vormontiert werden.

Möglichkeit b): Installationsschächte I 30 und I 90 (gemäß aBG Geberit „Quattro“) und Installationswände F 30 und F 90 (gemäß abP Geberit „Quattro“)

Möglichkeit b) gibt es mit folgenden Ergänzungen: Bei F 30- / F 90-Wänden: bauseitige Mineralwollausstopfung und Einbringung der Dämmmatten. Bei I 30- / I 90-Installationsschächten: Mineralwollrohrschalen (alle Steigleitungen), Schachtschotts Typ „Quattro“ können vormontiert werden, Deckenverschluss-System inklusive Deckenverguss bauseits.

Komplett geprüfte Brandschutzlösung

Möglichkeit b) entspricht „Quattro“, einem variablen Schacht- und Vorwandsystem. Mit der Zusammenführung von Sanitär-, Heizungs-, Abwasser-, Elektro- und Lüftungsleitungen, Tragsystem und der Systembeplankung erfüllt Geberit „Quattro“ grundlegende Forderungen heutiger Bauaufgaben. Diese sind die Erfüllung der bauordnungsrechtlichen Grundanforderungen an den Brandschutz, den Schallschutz, den Feuchtigkeitsschutz und die Statik. Das ist durch Prüfung und Zulassung (Anwendbarkeitsnachweise – zwei AbPs für feuerwiderstandsfähige Installationswände F 30 und F 90, zwei aBGs für feuerwiderstandsfähige Installationsschächte I 30 und I 90 und eine AbZ für die einsetzbaren Bauprodukte) belegt.

Zudem sorgt Geberit „Quattro“ besonders für Vereinfachung und Beschleunigung des Bauablaufes: durch die in Anwendbarkeitsnachweisen verankerte/abgesicherte industrielle Vorfertigung und die daraus resultierende Ü-Kennzeichnung. Mit der Ü-Kennzeichnung der vorgefertigten „Quattro“-Installationsschächte gibt der Hersteller seine Übereinstimmungserklärung ab. Diese bestätigt, dass das von ihm hergestellte Bauprodukt für die Anwendung eines feuerwiderstandsfähigen industriell vorgefertigten Installationsschachtes geeignet ist, einer werkseigenen Produktionskontrolle unterliegt, alle maßgebenden technischen Regeln eingehalten werden und es insbesondere der allgemeinen bauaufsichtlichen Zulassung entspricht. Auch dadurch erhält der Installateur deutlich mehr Sicherheit. Der durchgängige Brand- und Schallschutz macht das System für alle Bauaufgaben anwendbar. Planungs- und Ausführungssicherheit ergeben sich durch den Einsatz geprüfter Systeme im Wohnungsbau und Gebäuden mit besonderer Art und Nutzung.

aBG anstatt AbZ

Das Deutsche Institut für Bautechnik (DIBt) hat im Jahr 2015 die Anforderungen an Anwendbarkeitsnachweise für feuerwiderstandsfähige Installationsschächte deutlich erhöht. So wurden damals allgemeine bauaufsichtliche Zulassungen (AbZ) anstelle der bisher gültigen allgemeinen bauaufsichtlichen Prüfzeugnisse (AbP) gefordert. Durch die Novellierung des Bauordnungsrechts wurde ein weiterer Schritt vollzogen, so dass aus den bisherigen AbZ für die feuerwiderstandsfähigen Installationsschächte mit der Verlängerung der Geltungsdauer bis Juni 2024 allgemeine Bauartgenehmigungen (aBG) wurden.

Die beiden neuen Geberit „Quattro“ aBGs ermöglichen dem Installateur die Erfüllung aller bauordnungsrechtlichen Anforderungen – auch bei der Verwendung vorgefertigter Installationsschächte. Die Verwendung von Lüftungsleitungen nach DIN 18017-3, die Verwendung von Kabeln (Einzelkabel sowie Kabelbündel) und beim Einsatz im Bereich von Holzbalkendecken und allen anderen Arten von Sonderdecken sind möglich. Der Vorteil: Geberit besitzt die Zulassungen im System, so dass keine klassifizierten Rohr- und Kabelabschottungen benötigt werden. Für die Lüftungsleitungen müssen die Deckenschotts des Typs „AVR“ der Fa. Bartholomäus GmbH gemäß dem AbZ Nr. Z-41.3-686 in den Dimensionen DN 100 bis DN 200 innerhalb der Geberit „Quattro“ Installationsschächte I 30 und I 90 eingesetzt werden.

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