Umfrage: Verpasst der Mittelstand die Zukunft?


Quelle: Adobe Stock / Jacob Ammentorp Lund

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Welche Themen liegen bei Unternehmenslenkern aus dem Mittelstand in den kommenden sechs Monaten obenauf? Wie hat sich die wirtschaftliche Situation von KMU in den letzten beiden Jahren seit Beginn der Corona Krise entwickelt? Eine Umfrage von The Alternative Board (TAB) unter mittelständischen Unternehmern im deutschsprachigen Raum hat ergeben, dass über 50 % der Befragten Umsatz und Rendite ihrer Firmen in den letzten beiden Jahren steigern konnten.

Gleichzeitig spielen Zukunftsthemen wie Innovation oder die eigene Nachfolge im Unternehmen eine nachrangige Rolle auf der Tagesordnung. Lediglich in 17 % der befragten mittelständischen Unternehmen wird die eigene Nachfolge im Unternehmen mit hoher Priorität vorangetrieben. Für 60 % der Befragten hat das Thema sogar gar keine Relevanz. Ähnlich sieht es bei der unternehmerischen Zukunftsfähigkeit aus: Das Thema Innovationen steht nur für ein gutes Drittel (36 %) an erster Stelle. Mehr als 50 % gaben an, dass sie Innovationen keine große Priorität einräumen.

In welchem Bereich liegt die höchste Herausforderung für Ihr Unternehmen in den nächsten 6 Monaten?
Quelle: The Alternative Board

In welchem Bereich liegt die höchste Herausforderung für Ihr Unternehmen in den nächsten 6 Monaten?
Quelle: The Alternative Board

Hoch im Kurs: Marketing, Personal und Strategie

Für weit mehr als die Hälfte der befragten Unternehmer stehen dagegen aktuell zwei Themen ganz oben auf der Tagesordnung: 61 % gaben an, dass Marketing und Vertrieb innerhalb der kommenden sechs Monate einen besonderen Stellenwert haben. Die Herausforderung, das richtige Personal zu finden und andie Firma zu binden, bleibt ein drängendes Thema und hat ebenfalls bei 61 % der mittelständischen Firmenlenker höchste Priorität. Die Frage nach der richtigen strategischen Ausrichtung der Firma treibt mehr als die Hälfte (55 %) der Unternehmer um.

Wahrnehmung und Realität: Fehlt es an Problembewusstsein?

Während den befragten Unternehmen die Bedeutung ihrer individuellen Personalsituation durchaus bewusst ist und damit auch Themen wie der absehbar anhaltende Fachkräftemangel präsent zu sein scheinen, wird dem Thema Unternehmensnachfolge wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Dem gegenüber stehen deutliche, alarmierende Zahlen: Studien belegen, dass in den nächsten zehn Jahren in rund einer Million der – für die deutsche Wirtschaft maßgeblichen – kleinen und mittelständischen Familienunternehmen die Unternehmensnachfolge geregelt werden muss. Selbst wenn die Nachfolgegeneration hohe Bereitschaft zur Übernahme der Verantwortung zeigt, ist das Thema dennoch mit vielen Hürden, Fallstricken und oft großem Aufwand verbunden. Nachvollziehbar wäre entsprechend, dass der gesamte Themenkomplex stärker in den Fokus rückt.

Gleiches gilt für das Thema Innovation. Auch hier belegen zahlreiche Studien, dass gerade KMU den eigenen langfristigen Erfolg nur sichern können, wenn sie Innovationsbereitschaft zeigen und aktiv daran arbeiten, sich und ihr Angebot nachfrageorientiert weiterzuentwickeln.

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