Bundestag beschließt Verschiebung der 65-%-Regel in Großstädten

Die drohende Heizungsvorgabe für Großstädte im Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat der Bundestag am 21. Mai um vier Monate verschoben. Die 65-%-Regel für erneuerbare Energien beim Heizungstausch gilt in Städten über 100.000 Einwohnern nun erst ab dem 1. November 2026 – statt wie bisher geplant ab dem 1. Juli 2026.

Etwas versteckt in der Ökodesign-Richtlinie hat der Bundestag am 21. Mai beschlossen, die Pflicht zu verschieben, nach der ab 1. Juli in Großstädten nur noch Heizungen hätten eingebaut werden dürfen, die zu 65 Prozent Erneuerbare Energien nutzen.
Bild: Manja Dietz / Redaktion SHP Profi

Etwas versteckt in der Ökodesign-Richtlinie hat der Bundestag am 21. Mai beschlossen, die Pflicht zu verschieben, nach der ab 1. Juli in Großstädten nur noch Heizungen hätten eingebaut werden dürfen, die zu 65 Prozent Erneuerbare Energien nutzen.
Bild: Manja Dietz / Redaktion SHP Profi
Die SHK-Branche begrüßt den Beschluss. So kommentiert sagt Wolfgang Becker, Hauptgeschäftsführer des FV SHK-BW: „Eine Regel, die in gut vier Wochen in Kraft getreten wäre und danach wenige Wochen später mit dem neuen Gebäudemodernisierungsgesetz wieder entfallen wäre, hätte nur Verwirrung gestiftet. Die Verschiebung war der einzig vernünftige Weg und bietet Betrieben und Kunden für die Übergangszeit eine gewisse Planungssicherheit.“ Technisch wurde die Änderung an ein Gesetz zur Umsetzung europäischer Ökodesign-Regelungen angedockt – ein unscheinbares Verfahren mit praktisch großer Wirkung. In Baden-Württemberg sind beispielsweise die neun größten Städte betroffen: Stuttgart, Karlsruhe, Mannheim, Freiburg, Heidelberg, Heilbronn, Ulm, Pforzheim und Reutlingen. Nach dem bisherigen GEG hätten dort von Juli an nur noch Heizungen neu eingebaut werden dürfen, die zu mindestens 65 % mit erneuerbaren Energien betrieben werden. Diese Regel entfällt nun – vorerst bis 31. Oktober.

Wärmepumpe bleibt die richtige Wahl

Die Verschiebung ändert nichts an der fachlichen Empfehlung des SHK-Handwerks: „Wer heute eine Öl- oder Gasheizung einbaut, wettet darauf, dass die Preise für diese Energieträger dauerhaft wieder günstiger werden. Das ist eine schlechte Wette“, sagt Becker: Der CO2-Preis werde steigen. Die Abhängigkeit von fossilem Öl und Gas bleibt ein geopolitisches Risiko. Und Biogas oder Bioöl stehen auf absehbare Zeit nur in begrenzten Mengen zur Verfügung – und nur zu hohen Preisen.

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